In einer bedeutenden rechtlichen Entwicklung wurde der brasilianischen Influencerin Vitória Reis da Silva die vorläufige Freiheit unter Auflagen gewährt. Die 26-Jährige war eine zentrale Figur in einer polizeilichen Untersuchung eines millionenschweren Plans rund um das 'jogo do tigrinho', ein beliebtes, aber umstrittenes Online-Wettspiel in Roraima.
Die Entscheidung, ihre Untersuchungshaft aufzuheben, wurde von Richterin Daniela Schirato des Gerichts für Drogenkriminalität und organisiertes Verbrechen getroffen. Das Urteil folgte auf einen Antrag ihres Verteidigers Carlos Villa Real und wurde von der Staatsanwaltschaft unterstützt.
Obwohl frei, steht Vitória Reis unter einer Reihe strenger gerichtlich verfügter Beschränkungen. Sie muss eine elektronische Fußfessel tragen und es ist ihr vollständig untersagt, auf soziale Medien zuzugreifen oder diese zu nutzen. Auch ihre Bewegungen sind stark eingeschränkt.
Das Gericht hat eine Ausgangssperre verhängt, die verlangt, dass sie sich von 22 Uhr bis 6 Uhr sowie an Wochenenden, Feiertagen und ihren freien Tagen in ihrer Wohnung aufhält. Darüber hinaus ist es ihr untersagt, die Stadt Boa Vista zu verlassen, in der sich die Untersuchung konzentriert.
Ihre Verteidigung argumentierte erfolgreich, dass keine Fluchtgefahr besteht, und verwies auf ihre stabile Beschäftigung und ihre akademischen Bestrebungen. Seit 2024 arbeitet Vitória als Beraterin für die Stadtverwaltung von Boa Vista und besucht regelmäßig die Universität, um Pharmazie zu studieren.
Die Richterin erkannte die Schwere der vorgeworfenen Verbrechen an, kam aber zu dem Schluss, dass die Aufrechterhaltung der Untersuchungshaft in diesem Stadium des Verfahrens unverhältnismäßig sei, insbesondere im Vergleich zum Status anderer Angeklagter, die in derselben Sache untersucht werden.
Dieser Fall unterstreicht die anhaltende rechtliche Überprüfung von digitalen Influencern, die Online-Glücksspielplattformen in Brasilien bewerben. Das 'jogo do tigrinho' war das Ziel mehrerer landesweiter Polizeioperationen.
Basierend auf Berichten von g1.