Juventus entkam am Sonntag mit einem knappen 1:0-Sieg aus Lecce, ein Ergebnis, das sie im Rennen um die Top Vier der Serie A hält. Dusan Vlahovics Treffer in der ersten Halbzeit erwies sich als entscheidend, aber die Leistung war alles andere als überzeugend und spiegelte die Schwierigkeiten wider, die Luciano Spallettis Team die ganze Saison über geplagt haben.
Das Spiel folgte einem vertrauten Muster: Juventus dominierte den Ballbesitz und erspielte sich Chancen, konnte das Spiel aber nicht entscheiden. Das einzige Tor fiel in der 23. Minute, als Vlahovic einen Abwehrfehler ausnutzte und einschob. Von da an gelang es den Bianconeri nicht, die Führung auszubauen, und ließen Lecce, das selbst seine Möglichkeiten hatte, die Tür offen.
„Der Einsatz war der gleiche wie gegen Verona, aber das Ergebnis war anders“, bemerkte Spalletti nach dem Spiel und wies darauf hin, dass es im Gegensatz zur Vorwoche keinen kostspieligen Abwehrfehler gab. Torhüter Michele Di Gregorio bewahrte mit zwei wichtigen Paraden die weiße Weste und konterte damit die jüngste Kritik.
Trotz des Sieges bestehen weiterhin Bedenken. Juventus dominierte die erste Halbzeit und erspielte sich in der zweiten zahlreiche Chancen, es mangelte jedoch an der nötigen Kaltschnäuzigkeit. Der Mangel an Qualität, Persönlichkeit und Erfahrung im Kader bleibt offensichtlich, ebenso wie die körperlichen Probleme des jungen Talents Kenan Yildiz, der nicht auf der Höhe wirkte.
Spalletti stellt seine Aufstellung weiterhin um, lässt Weston McKennie auf dem Feld herumwandern, auf der Suche nach einem Funken. Der Trainer vertraut auf das Gesetz der großen Zahlen und hofft, dass jemand – wie Zhegrova, der keinen seiner Schüsse verwandeln konnte – doch noch den Weg ins Tor findet. Seit Spallettis Amtsübernahme ist Juventus' Saison zu einer langen, hoffnungsvollen Ouvertüre für das Sommer-Transferfenster geworden.
Zum ersten Mal seit fünf Jahren steht die Position des Trainers nicht zur Debatte. Man glaubt, dass diese Mannschaft mit intelligenten Verstärkungen ein viel höheres Niveau erreichen kann. Vlahovic zum Beispiel ist ein wichtiger Beitragender, und seine Zukunft beim Club ist eine wiederkehrende Frage. Auf die Frage nach dem Spiel, ob er bleiben werde, ließ sein knappes „Ich weiß nicht“ Raum für Zweifel.
Der Sieg ist entscheidend für Juventus' Kampf um die Champions-League-Qualifikation. Bei zwei verbleibenden Spielen benötigen sie zwei Siege, um den vierten Platz ohne Schielen auf andere Ergebnisse zu sichern. Der direkte Rivale Roma steht zudem vor einem Derby, was die Schlussphase würzt.
Ein kontroverser Moment ereignete sich, als Juventus ein zweites Tor wegen Abseits aberkannt wurde. Die Entscheidung, basierend auf einem Spieler in Abseitsposition, der den Ball nicht berührte, aber als spielbeeinflussend eingestuft wurde, löste Debatten aus. Die Regelung, obwohl technisch korrekt nach modernen Regeln, untergräbt die Einfachheit, die den Fußball zur beliebtesten Sportart der Welt macht. Solche Komplikationen, so argumentieren einige, öffnen Manipulationen Tür und Tor.
Spalletti räumte die Frustration ein, konzentrierte sich aber auf das Positive. „Wir verbessern uns, müssen aber abgeklärter werden“, sagte er. Die Abhängigkeit des Teams von Vlahovic ist offensichtlich, aber seine Torgewalt – zwei Tore in zwei Spielen – gibt einen Hoffnungsschimmer. Ob das reicht, um einen Platz unter den ersten Vier zu sichern, bleibt abzuwarten.
Der Weg ist steinig, aber Juventus hat es selbst in der Hand. Das Derby gegen Roma wird wohl über ihr Schicksal entscheiden. Basierend auf Berichten von Tuttosport.com - Calcio.