Arsenals Saison 2024-25 endete ohne einen großen nationalen oder europäischen Titel und verlängerte die Wartezeit auf einen WSL-Titel auf sechs Jahre. Trotz eines dramatischen Siegtreffers in der Nachspielzeit von Stina Blackstenius gegen Everton waren die Gunners zu diesem Zeitpunkt längst aus dem Titelrennen, da Manchester City ihre erste Meisterschaft seit 2016 perfekt machte. Das Team von Renee Slegers konnte auch ihren Champions-League-Titel nicht verteidigen und schied in beiden nationalen Pokalwettbewerben früh aus.
Die Ursache für Arsenals Probleme lässt sich auf einen weiteren schleppenden Start zurückführen. Nach neun Toren in den ersten beiden WSL-Siegen holten sie aus den nächsten drei Spielen nur zwei Punkte, darunter eine 2:3-Niederlage bei Manchester City. Unentschieden im November gegen Chelsea und Tottenham ließen sie zu Weihnachten acht Punkte hinter der Spitze zurück – ein Rückstand, der sich als unüberwindbar erwies.
Dieses Muster von Startschwierigkeiten ist kein Einzelfall. In drei aufeinanderfolgenden Spielzeiten musste Arsenal nach den Herbstmonaten aufholen. Die ehemalige englische Nationalspielerin Ellen White stellte im Podcast „Women's Football Weekly“ fest, dass diese langsamen Starts zu einem wiederkehrenden Problem geworden sind, das das Team dazu zwingt, von hinten zu kommen, wenn die Ränder hauchdünn sind. Bei nur einer Niederlage in der gesamten Saison waren die sieben Unentschieden das, was ihre Ambitionen wirklich zunichtemachte.
Zu den verlorenen Punkten kam ein überfüllter Spielplan hinzu, der einen dünnen Kader bis an die Belastungsgrenze brachte. Manchester City, das in der letzten Saison aus der Champions League ausgeschieden war, bestritt in dieser Saison zehn Spiele weniger. Arsenals Teilnahme an fünf Wettbewerben – darunter die erweiterte Champions League und der neue Champions Cup – bedeutete, dass sie Spiele in einen ohnehin schon vollen Terminkalender quetschen mussten.
Die Belastung für die Schlüsselspielerinnen zeigt sich in den Einsatzminuten. Alessia Russo kam mit 3.150 Minuten auf die meisten Spielminuten im Team, über 750 Minuten mehr als Citys Toptorschützin Khadija Shaw. Mariona Caldentey, die amtierende Spielerin des Jahres, spielte über 3.000 Minuten, konnte aber ihre Form aus der Vorsaison nicht halten. Im Durchschnitt absolvierte Arsenals Kader 481 Minuten mehr als ihre Titelkonkurrentinnen – das entspricht mehr als fünf zusätzlichen Spielen pro Spielerin.
Die Auswirkungen waren in den letzten Wochen am stärksten zu spüren. Arsenal hatte sechs Spiele in 18 Tagen, verglichen mit Citys zwei, da nachgeholte Ligaspiele sich häuften. Jen Beattie, eine ehemalige Arsenal-Verteidigerin, hob im selben Podcast hervor, dass „der schwierigste Teil der Saison“ der schlechteste Zeitpunkt für eine solche Flut von Spielen sei, wobei Ermüdung fast unvermeidlich sei. Das 1:1-Unentschieden in Brighton, nur vier Tage nach dem Viertelfinal-Aus in der Champions League in Lyon, beendete praktisch ihre Titelhoffnungen in der Liga.
Da die Saison praktisch vorbei ist, hat Arsenal bereits einen größeren Kaderumbau bestätigt. Beth Mead wird nach neun Jahren gehen, in denen sie in 264 Einsätzen 86 Tore erzielte. Verteidigerin Laia Codina und Mittelfeldspielerin Victoria Pelova werden ebenfalls gehen. Der Verein soll sich angeblich um Bayern Münchens und Englands Mittelfeldspielerin Georgia Stanway sowie Barcelonas Außenverteidigerin Ona Batlle bemühen, um für die nächste Saison zu verstärken.
Doch selbst wenn Arsenal seine Termin- und Ermüdungsprobleme löst, müssen sie sich auch mit der schieren Überlegenheit von Manchester City auseinandersetzen. City gewann 17 von 22 Spielen, erzielte mit 58 Toren die meisten der Liga und hielt achtmal die Null. Nach der Auftaktniederlage gegen Chelsea legten sie 13 Siege in Folge hin und bauten eine 11-Punkte-Führung auf, die trotz später Wackler nie ernsthaft gefährdet war. Ihr Titel ist ein Zeugnis für Konstanz und Tiefe, die Arsenal nicht erreichen konnte.
Für Arsenal muss die Priorität in der Sommerpause ein schneller Start sein. Jede Sommerverpflichtung – oder strukturelle Veränderung – muss sicherstellen, dass das Team im September voll durchstartet. Das Talent ist vorhanden, aber bis sie ihre Frühherbst-Trägheit überwinden und einen Kader verstärken, der mit mehreren Fronten zurechtkommt, wird die Wartezeit auf den ersten WSL-Titel seit über einem halben Jahrzehnt wohl andauern.
Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.