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Warum das Eröffnungsspiel Neuseeland gegen Iran in der

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Neuseelands erstes WM-Spiel seit 16 Jahren gegen Iran am 15. Juni in LA wird durch die Spannungen zwischen den USA und dem Iran überschattet, der Kader des

Neuseeland wird am 15. Juni zur ersten WM-Begegnung seit 16 Jahren auf die Weltbühne treten, aber der Fußball selbst könnte von einem geopolitischen Sturm überschattet werden. Die All Whites treffen in Los Angeles auf den Iran, was offiziell das Eröffnungsspiel der Gruppe B ist, doch die Partie ist zu einem Brennpunkt der Spannungen zwischen den USA und dem Iran geworden, nachdem die USA und Israel am 28. Februar Angriffe auf den Iran verübt hatten. Wochenlang war unklar, ob der Iran überhaupt erlauben oder bereit sein würde, seine Nationalmannschaft in das Land zu schicken, das sie bombardiert hatte, was für beide Seiten eine beispiellose Schwebe schuf.

Die Unsicherheit rührte von Irans ursprünglichem Antrag an die FIFA, das Spiel an einen neutralen Ort zu verlegen, ein Gesuch, das letztlich vom Fußballweltverband abgelehnt wurde. Allerdings erlaubte die FIFA dem Iran, sein Trainingslager vor dem Turnier von Arizona nach Tijuana in Mexiko zu verlegen, eine Konzession, die den fragilen Stand der diplomatischen Beziehungen unterstreicht. Trotzdem soll das Spiel wie geplant in Los Angeles stattfinden, einer Stadt mit einer riesigen iranischen Diaspora-Gemeinde, die als „Tehrangeles“ bekannt ist. Das hat die Komplexität nur noch erhöht, da Befürchtungen bestehen, dass Proteste und politische Demonstrationen das Ereignis überschatten könnten.

Neuseelands Trainer Darren Bazeley hat versucht, sein Team vom Lärm abzuschirmen. „Im Moment machen wir weiter, als ob wir gegen den Iran spielen“, sagte er im März. „Sie sind die Mannschaft, die sich qualifiziert hat, und wir wurden gegen sie gelost. Das ist immer noch die Begegnung, und solange uns nichts anderes gesagt wird, werden wir uns darauf vorbereiten.“ Bazeleys pragmatischer Fokus ist verständlich: Die All Whites haben noch kein WM-Spiel gewonnen und stehen in einer schwierigen Gruppe mit Ägypten und Belgien. Für sie ist dieses Spiel eine seltene Gelegenheit, Geschichte zu schreiben, ungeachtet des Rahmentheaters.

Auf der anderen Seite ist die Vorbereitung des Iran ins Chaos gestürzt. Die Persian Gulf Pro League ist seit Kriegsbeginn ausgesetzt, sodass die meisten einheimischen Spieler seit Monaten keinem Wettbewerbsfußball mehr nachgehen konnten. Der Kader wird zusätzlich durch den Ausschluss von Stürmer Sardar Azmoun destabilisiert, der fallen gelassen wurde, nachdem er in sozialen Medien Nachrichten veröffentlicht hatte, die die Behörden in Teheran verärgerten. Andere Spieler drängen angeblich auf seine Wiedereinsetzung, was das interne Chaos noch verstärkt. In ihren einzigen öffentlichen Auftritten – einer 2:1-Niederlage gegen Nigeria und einem 5:0-Sieg gegen Costa Rica hinter verschlossenen Türen im März – zeigte die Mannschaft wechselhafte Form, und die Körpersprache der Spieler während der Nationalhymne deutete auf die psychische Belastung hin.

Der ehemalige Assistenztrainer von Foolad FC, Jahanyar Mohebbi, jetzt bei Shanghai Port, gab Einblicke, was Neuseeland erwarten kann. „Der Iran ist keine einfache Mannschaft, gegen die man spielt … Iranische Spieler sind absolut physisch, spielen immer direkt. Neuseeland wird auf ein Team treffen, das sich in einer tiefen Abwehrformation aufstellt und versuchen wird, über Konter hinter die Abwehr zu kommen“, sagte er. Mohebbi verwies auf Usbekistan als Vorbild: Die zentralasiatische Mannschaft hat in den letzten sechs Begegnungen gegen den Iran nicht verloren, indem sie lange Bälle und Standards effektiv neutralisierte. Er schlug vor, dass Neuseeland die mangelnde Spielpraxis des Iran durch intensives Pressing ausnutzen könnte.

Diese taktische Blaupause könnte entscheidend sein. Neuseeland hat mehrere in Europa spielende Spieler, darunter Nottingham-Forest-Stürmer Chris Wood, dessen Kopfballstärke und Physis der iranischen Abwehr Probleme bereiten könnten. Wenn die All Whites früh Druck ausüben und den Rhythmus des Iran stören können, könnten sie ein Team bloßlegen, das seit Monaten nicht unter echtem Wettbewerbsdruck gespielt hat. Mohebbi betonte: „Wenn Intensität und Pressing vorhanden sind, kann die iranische Mannschaft Schwierigkeiten bekommen.“

Abseits des Platzes ist die Symbolik dieses Spiels unausweichlich. Die iranischen Spieler stehen unter enormem politischem Druck, wobei das Regime ihre Handlungen genau überwacht. Die Kontroverse um die Nationalhymne und Azmouns Verbannung spiegeln den schmalen Grat wider, den Athleten zwischen persönlichem Ausdruck und staatlichen Erwartungen gehen. Die Entscheidung der US-Regierung, der Mannschaft die Einreise zu erlauben, signalisiert eine vorsichtige diplomatische Kalkulation, die einen Sportboykott vermeidet, der die Spannungen weiter anheizen könnte.

Für Neuseeland ist die Situation sowohl Ablenkung als auch Gelegenheit. Die All Whites haben in diesem Drama weitgehend im Schatten gestanden, könnten aber von der Unruhe im Iran profitieren. Ein erster WM-Sieg wäre nicht nur ein Meilenstein für den ozeanischen Fußball, sondern auch ein Zeugnis ihrer mentalen Widerstandsfähigkeit im Umgang mit einem so außergewöhnlichen Vorbereitungsprozess. Die Mannschaft muss die Versuchung, die Schwächen des Iran auszunutzen, mit der Notwendigkeit abwägen, ihrem eigenen Spielplan treu zu bleiben.

Während die Welt zusieht, verspricht das Spiel am 15. Juni weit mehr als ein Fußballspiel zu sein. Es ist ein Aufeinandertreffen von Sport, Politik und menschlichem Drama – eine Bühne, auf der eine neuseeländische Mannschaft auf der Suche nach Erlösung und eine iranische Mannschaft, die von den Umständen belastet ist, aufeinanderprallen. Der Zusammenprall könnte den Ton für die gesamte Gruppe angeben und die Schicksale beider Teams in einem bereits von Kontroversen geprägten Turnier beeinflussen. Unabhängig vom Ergebnis wird der Anlass wegen seines Hintergrunds ebenso in Erinnerung bleiben wie wegen der Action auf dem Platz.

Basierend auf Berichterstattung des Guardian.