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Warum die Rivalität zwischen Nizza und PSG gewalttätig

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Eine Schlägerei in Paris forderte 6 Verletzte und 65 Festnahmen und unterstreicht eine tief verwurzelte Fehde zwischen den Fans von Nizza und PSG, die durch

Die gewalttätige Schlägerei, die am Donnerstagabend in Paris ausbrach und sechs Verletzte – einen davon lebensgefährlich – sowie 65 Menschen in Polizeigewahrsam forderte, wirft ein grelles Licht auf die jahrzehntealte Feindschaft zwischen den Anhängern von OGC Nizza und Paris Saint-Germain. Die Auseinandersetzung ist keineswegs ein spontaner Ausbruch, sondern das neueste Kapitel einer konfliktreichen Geschichte, die über sportliche Rivalität hinausgeht und in politischen Extremismus sowie territoriale Feindschaften eintaucht. Obwohl die Vereine selbst auf dem Platz selten direkte Konkurrenten waren, hat die Feindschaft zwischen ihren Ultra-Fraktionen wiederholt zu Blutvergießen geführt.

Die Wurzeln dieser Feindschaft reichen tief. Bereits am 22. Januar 2003 wurde ein Ligue-1-Spiel zwischen Nizza und PSG im Stade du Ray für die Gewalt berüchtigt, die sich außerhalb des Stadions abspielte. Ein Pariser Fan wurde in den Bauch gestochen, fünf weitere mussten nach einer Auseinandersetzung in der Nähe des Veranstaltungsorts ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Vorfall, der sich während eines torlosen Unentschiedens ereignete, unterstrich, dass für manche das Ergebnis auf dem Feld zweitrangig war gegenüber den körperlichen Auseinandersetzungen daneben. Dies war ein frühes Warnsignal für eine toxische Dynamik, die sich nur noch verstärken sollte.

Im Laufe der Jahre waren die Beziehungen zwischen den Ultras von Nizza und den Fangruppen von PSG komplex und wechselhaft. Eine Zeit lang unterhielten Teile der Anhängerschaft Nizzas Verbindungen zu Mitgliedern der Boulogne Boys, einer der historischen Ultra-Fraktionen von PSG. Diese Bindung erstreckte sich jedoch nicht auf die Auteuil-Fraktion, eine rivalisierende Gruppe mit eigenen politischen Neigungen. Diese interne PSG-Spaltung spiegelte die breitere Fehde wider: Boulognes rechtsextreme Ausrichtung stand im Gegensatz zur eher linken oder anti-rassistischen Haltung von Auteuil, was eine explosive Mischung ergab. Als Boulogne in den 2010er Jahren aufgelöst wurde, verschoben sich die Verbindungen, aber die Feindschaft zwischen Nizza und Auteuil blieb bestehen und eskalierte oft zu organisierten Kämpfen abseits des Platzes, unter anderem in Antibes, einer Küstenstadt nur 20 Kilometer von Nizza entfernt.

Die politische Dimension darf nicht übersehen werden. Berichten zufolge sind Personen aus beiden Lagern mit extremen politischen Bewegungen an entgegengesetzten Enden des Spektrums verbunden. Dieser ideologische Kampf verwandelt jedes Fan-Treffen in einen potenziellen Zündfunken und macht Fußballtribünen zu Arenen für breitere gesellschaftliche Konflikte. Der Hass beschränkt sich nicht auf 90 Minuten Spielzeit; er ergießt sich in die Straßen der Städte, Bahnhöfe und sogar internationale Begegnungen.

Das Finale des Coupe de France 2022, das im Stade de France stattfand, lieferte ein weiteres gewalttätiges Kapitel. Obwohl das Spiel Nizza gegen Nantes war, wurden PSG-Anhänger in Auseinandersetzungen mit Nizza-Fans in der Nähe des Bahnhofs Gare de Lyon in Paris verwickelt. Die Schlägerei forderte zwei Leichtverletzte und mehrere Festnahmen, was zeigt, dass selbst wenn PSG nicht spielte, ihre Ultras die Konfrontation mit ihren südlichen Rivalen suchten. Die Tatsache, dass ein neutrales Sportereignis solche Vorfälle auslösen konnte, unterstreicht die allgegenwärtige Natur der Feindschaft.

Der vielleicht alarmierendste Vorfall ereignete sich am 8. September 2022 während eines UEFA-Europa-Conference-League-Spiels zwischen Nizza und dem deutschen Verein 1. FC Köln. Eine Untergruppe von Auteuil-Ultras infiltrierte die Ränge zusammen mit den mitreisenden Kölner Fans und löste eine massive Schlägerei aus, die den Anstoß verzögerte. Die Gewalt forderte 18 Verletzte, einen davon schwer, und schockierte den europäischen Fußball. Ein selbsternanntes Mitglied der verbotenen „Supras Auteuil“ erhielt später eine einjährige Haftstrafe – sechs Monate auf Bewährung und sechs Monate unter elektronischer Überwachung – für seine Rolle im Chaos. Der Vorfall veranschaulichte, wie tiefsitzender Hass selbst internationale Begegnungen korrumpieren und sie zu Proxy-Schlachtfeldern für bereits bestehende Feindschaften machen kann.

Der jüngste Vorfall in Paris folgt einem vertrauten Muster. Die Details werden noch untersucht, aber das Ausmaß der Gewalt – sechs Verletzte, einer wahrscheinlich in kritischem Zustand, und Massenverhaftungen – deutet auf eine vorsätzliche Konfrontation zwischen harten Kernmitgliedern hin, die sich weigern, die Fehde sterben zu lassen. Die Tatsache, dass sie in der Hauptstadt stattfand, fernab eines Spieltags, zeigt, dass diese Gruppen einander aktiv verfolgen und außerhalb von Sportereignissen ins Visier nehmen. Dieses Organisationsniveau gibt Anlass zu ernster Sorge für Strafverfolgungsbehörden und die Fußballverbände.

Für die Ligue 1 und den französischen Fußball im Allgemeinen ist dieser Kreislauf der Gewalt ein wiederkehrendes Kopfzerbrechen. Trotz Sanktionen, Stadionverboten und Auflösungen von Gruppen überlebt die Kultur im Untergrund. Die Behörden stehen vor der Herausforderung, nicht nur Stadien, sondern ganze Städte zu polizeilich zu überwachen, wann immer diese Vereine in der Nähe sind. Der Ruf der Liga leidet, und der Fokus verschiebt sich von Fußballgeschichten zu düsteren Sicherheitsbulletins. In der Zwischenzeit haben die Vereine selbst begrenzte Mittel, da die beteiligten Personen oft außerhalb offizieller Fanstrukturen agieren.

Die Auswirkungen auf künftige Begegnungen sind eklatant. Da Nizza und PSG erneut aufeinandertreffen werden, werden die Sicherheitsmaßnahmen zwangsläufig verschärft. Wie die Geschichte jedoch zeigt, verlagern sich die Konfrontationen lediglich an andere Orte. Die tiefe ideologische Kluft und der Durst nach Rache stellen sicher, dass jeder Zusammenstoß den Grundstein für den nächsten legt. Bis die zugrundeliegenden gesellschaftlichen und politischen Spannungen angegangen werden, wird der Fußball eine bequeme Kulisse für Stellvertreterkriege bleiben.

Basierend auf Berichten von L'Equipe.