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Warum die UEFA die Qualifikation überarbeitet hat: Keine

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Die überarbeiteten Qualifikationsspiele der UEFA beenden ungleiche Spiele: Top-Teams werden nicht mehr gegen kleine Nationen antreten. Das Schweizer System

Die UEFA hat offiziell eine radikale Überarbeitung der Qualifikation für die Männer-WM und Europameisterschaft abgesegnet und damit die Ära einseitiger Ungleichgewichte beendet, in der Elite-Nationen routinemäßig kleine Nationen mit zweistelligen Ergebnissen deklassierten. Die neue Struktur, die vom Exekutivkomitee des Verbandes in Istanbul genehmigt wurde, wird nach der EM 2028 eingeführt und verspricht wettbewerbsfähigere Begegnungen durch Paarung von Teams ähnlicher Stärke, während kleineren Nationen weiterhin ein Weg zu großen Turnieren offen bleibt.

Im überarbeiteten System basiert die Qualifikationsauslosung auf den aktuellen Nations-League-Ranglisten, wobei die besten 36 Nationen in Liga 1 und die restlichen 18 (oder 19, falls Russland wieder aufgenommen wird) in Liga 2 antreten. In Liga 1 kämpfen drei Gruppen mit je 12 Teams um direkte Qualifikationsplätze, während Liga 2 drei Gruppen mit je sechs Teams aufweist – oder bei Bedarf eine Mischung aus sechs und sieben. Jede Mannschaft bestreitet nur sechs Spiele, drei zu Hause und drei auswärts, die aus drei nach Rangliste bestimmten Töpfen gezogen werden. Das Format lehnt sich stark an das Schweizer System an, das in den letzten beiden Spielzeiten in den UEFA-Klubwettbewerben angewendet wurde, und stellt sicher, dass die Teams eine ausgewogene Auswahl an Gegnern und nicht eine vollständige Rundlaufrunde erhalten.

Der Zeitpunkt ist bedeutsam: Die Änderung tritt zur Saison 2028/29 in Kraft, was bedeutet, dass die nächste Ausgabe der Nations League bereits mit dem neuen Rahmenwerk übereinstimmt. Dieser Wettbewerb selbst wird von vier auf drei Ligen konsolidiert, wobei die Ligen A, B und C jeweils 18 Teams beherbergen, die in Gruppen zu sechs Teams aufgeteilt sind. Auch hier gilt das Schweizer Modell – jede Nation spielt sechs Spiele gegen fünf verschiedene Gegner, darunter ein Hin- und Rückspiel-Doppel. Die K.o.-Phase der Nations League bleibt unberührt.

Für die Schwergewichte des Kontinents ist diese Reform eine lang ersehnte Lösung. Länder wie England, Frankreich und Deutschland haben es satt, vorhersehbare Kantersiege gegen Mannschaften wie San Marino, Andorra und Gibraltar auszutragen, die oft wenig für die Wettbewerbsvorbereitung oder die Fernsehattraktivität bringen. Englands WM-Qualifikationsspiel gegen Serbien im November 2025, auf einem Foto mit Eberechi Eze, der zusammen mit Phil Foden und Bukayo Saka ein Tor feiert, war ein seltener Wettbewerbstest – aber unter dem alten System waren solche Spiele mit ausgemachten Ergebnissen durchsetzt, die Fans und Fernsehverantwortliche kalt ließen.

Sender und kommerzielle Partner hatten die UEFA gedrängt, den Qualifikationskalender neu zu gestalten, mit der Begründung, dass tote Spiele den Wert des Produkts schädigen. Das neue Format erfüllt diese Forderungen, indem es garantiert, dass jede Begegnung höhere Einsätze hat. Wie UEFA-Präsident Aleksander Čeferin sagte: „Die neuen Formate werden das Wettbewerbsgleichgewicht verbessern, die Anzahl der toten Spiele reduzieren, den Fans einen attraktiveren und dynamischeren Wettbewerb bieten und gleichzeitig allen Teams eine faire Qualifikationschance gewährleisten, ohne zusätzliche Termine im internationalen Kalender hinzuzufügen.“

Der Wandel ist jedoch nicht ohne Kontroversen. Für kleinere Fußballnationen ist der Verlust von prestigeträchtigen Heimspielen gegen Größen wie Spanien oder Italien ein Schlag für Prestige und Einnahmen. Bisher konnte eine kleine Nation bei einem Besuch eines Schwergewichts mit einem vollen Stadion und einer lukrativen Fernsehausschüttung rechnen; unter der neuen Struktur sind solche Spiele weitgehend vom Tisch. Die UEFA betont, dass das aktualisierte Playoff-System den Teams der Liga 2 immer noch eine echte Chance auf Qualifikation bietet, aber die Realität ist, dass das „Premium-Erlebnis“ schwerer zu bekommen sein wird.

Die Anzahl der direkten Qualifikanten aus jeder Gruppe der Liga 1 variiert je nach Turnier – 24 Teams erreichen die Europameisterschaft, während nur 16 europäische Plätze bei der Weltmeisterschaft verfügbar sind. Gastgeberländer eines in Europa ausgetragenen Ereignisses qualifizieren sich automatisch, sollen aber auch an der neu gestalteten Qualifikation teilnehmen, was eine zusätzliche Ebene der Spannung hinzufügt. Teams, die die direkte Qualifikation verpassen, nehmen an einem Playoff-Wettbewerb teil, der aus beiden Ligen schöpft, und bewahren so eine Leiter für ambitionierte Außenseiter.

Die mögliche Rückkehr Russlands fügt eine weitere Variable hinzu. Falls der Verband wieder zu internationalen Wettbewerben zugelassen wird, würde die Nations-League-Liga C und in der Folge die Liga 2 der Qualifikation erweitert, um ein zusätzliches Team aufzunehmen, was eine siebte Nation in eine Gruppe zwingt und die Terminplanung leicht verändert. Die endgültige Absegnung all dieser Änderungen wird auf der nächsten Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees am 15. September in Thessaloniki erwartet.

In vielerlei Hinsicht spiegeln die Pläne die erfolgreiche Entwicklung der UEFA-Klubwettbewerbe wider, wo das Schweizer System Frische und Ungewissheit in die Gruppenphase gebracht hat. Diese Logik auf die internationale Bühne anzuwenden, wo Terminstau und Spielerwohlstand ständige Diskussionsthemen sind, erscheint als natürlicher Fortschritt. Durch die Reduzierung der Qualifikationsspiele von 10 oder 12 auf sechs hat die UEFA auch die Belastung der Kader verringert, ohne die Wettbewerbsintegrität des Prozesses zu opfern.

Kritiker mögen argumentieren, dass das neue Format das Risiko eines geschlossenen Kreises birgt und die Chance auf eine echte David-gegen-Goliath-Überraschung verringert, die die Romantik des Turnierfußballs ausmacht. Doch der Verband setzt auf den Kompromiss – ausgeglichenere Begegnungen, die höherwertige Dramatik erzeugen – um beim modernen Publikum anzukommen. Die Botschaft ist klar: Die Zeiten, in denen England in einem halbleeren Stadion acht Tore gegen San Marino erzielt, sind gezählt.

Mit dem Näherkommen der Saison 2028/29 werden die nationalen Verbände, Spieler und Fans genau beobachten, ob die Reformen ihre Versprechen einlösen. Der Wandel stellt die bedeutendste Neujustierung der internationalen Qualifikation seit der Geburt der Nations League selbst dar. Mit der bevorstehenden endgültigen Genehmigung hat die UEFA die Bühne für eine schlankere, wettbewerbsfähigere und kommerziell tragfähigere Zukunft des Männer-Nationalmannschaftsfußballs bereitet.

Basierend auf Berichterstattung des Guardian.