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Warum die WM 2026 eine Klimakatastrophe ist: 9 Mio. Tonnen

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Die FIFA-WM 2026 soll 9 Mio. Tonnen CO2 ausstoßen, doppelt so viel wie der Durchschnitt, mit extremen Reisestrecken und Hitzerisiken für Spieler und Fans.

Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, die in Kanada, Mexiko und den USA stattfinden soll, entwickelt sich zu mehr als nur einer politischen und logistischen Herausforderung – sie ist auf dem besten Weg, das umweltschädlichste Turnier der Fußballgeschichte zu werden. Da die Treibhausgasemissionen voraussichtlich fast das Doppelte des historischen Durchschnitts erreichen, warnen Wissenschaftler, dass das Ereignis etwa 9 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalent erzeugen könnte, hauptsächlich durch Flugreisen.

Die Entscheidung der FIFA, das Teilnehmerfeld von 32 auf 48 Mannschaften zu erweitern und die Spiele über einen kontinentgroßen geografischen Fußabdruck zu verteilen, hat kohlenstoffintensive Flüge praktisch unvermeidlich gemacht. Das schiere Ausmaß der Mannschafts- und Fanbewegungen – die oft tausende Kilometer hin und her pendeln – stellt ein Eigentor für eine Organisation dar, die öffentlich ihr Engagement für Nachhaltigkeit betont.

Die Reisepläne einiger Nationen unterstreichen die Absurdität. Bosnien und Herzegowina zum Beispiel steht eine beschwerliche Reise von mehr als 5.000 km bevor, die in Toronto beginnt, dann nach Los Angeles und Seattle führt, wobei ihr Trainingslager in Salt Lake City noch mehr Kohlenstoffmeilen hinzufügt. Algerien soll etwa 4.800 km von Kansas City nach San Francisco und zurück zurücklegen, während Tschechien in Guadalajara beginnt, dann nach Atlanta und Mexiko-Stadt reist und über 4.500 km zurücklegt. Solche Spielpläne belasten nicht nur die Spieler körperlich, sondern treiben auch das Kohlenstoffbudget des Turniers auf Rekordniveau.

Diese Umweltverschwendung folgt auf Jahre leerer grüner Rhetorik des Fußballverbands. Vor der WM 2022 in Katar forderte FIFA-Präsident Gianni Infantino die Fans auf, eine „grüne Karte für den Planeten“ zu zeigen, und versprach ein klimaneutrales Ereignis. Stattdessen wurde Katar zu einer Kohlenstoffbombe im sportlichen Gewand: tägliche Shuttleflüge, energieintensive Entsalzung und fragwürdige Ausgleichsprogramme machten die Versprechungen zunichte.

Die Ausgabe 2026 wirkt im Vergleich dazu, als sei Katar fast zurückhaltend gewesen. Während die Stadien von 2022 dicht beieinander lagen und durch öffentliche Verkehrsmittel verbunden waren, erfordern die nordamerikanischen Spielstätten Massenflugreisen mit wenigen praktikablen kohlenstoffarmen Alternativen. Die geschätzten Emissionen des Turniers von 9 Millionen Tonnen CO2 verblassen im Vergleich zur jährlichen Produktion eines großen Landes, aber sie symbolisieren einen Sport, der die Klimanotlage bewusst ignoriert.

Um das Ganze noch schlimmer zu machen, unterzeichnete die FIFA 2024 einen Vier-Jahres-Sponsoringvertrag mit Saudi Aramco, dem weltweit größten Unternehmens-Treibhausgasemittenten. Über 100 Fußballerinnen, darunter die kanadische Kapitänin Jessie Fleming, verurteilten die Partnerschaft öffentlich und argumentierten, dass die FIFA Petro-Dollar über die Zukunft des Planeten stelle.

Neben den Emissionen stellt extreme Hitze eine direkte Bedrohung für die Spieler auf dem Platz dar. Die Analyse des Guardian zeigt, dass 26 Spiele bei einer Feuchtkugeltemperatur von 26 °C oder mehr stattfinden könnten, einem Niveau, bei dem die globale Spielergewerkschaft Fifpro Kühlungspausen für notwendig hält. Eine akademische Studie geht noch weiter und sagt voraus, dass 14 der 16 Austragungsstädte im Juni und Juli wahrscheinlich durchschnittliche Feuchtkugeltemperaturen über 28 °C aufweisen werden – Bedingungen, die eine Spielunterbrechung rechtfertigen könnten.

Als Reaktion darauf hat die FIFA unabhängig vom Wetter drei Minuten Flüssigkeitszufuhrpausen pro Halbzeit angeordnet, ein Schritt, den Kritiker als verspätete Halbherzigkeit bezeichnen. Die klimatisierten Stadien in Houston, Dallas und Atlanta bieten etwas Erleichterung, aber die Energie, die zur Kühlung dieser riesigen Arenen benötigt wird, vergrößert nur den CO2-Fußabdruck.

Dr. Madeleine Orr, Sportökologin an der Universität Toronto, beschrieb die Situation als „absurden“ Mangel an vernünftiger Planung für jemanden, der kein Spitzensportler ist, wobei Fans, Mitarbeiter und Freiwillige sowohl der Hitze als auch den allgemeineren Klimaauswirkungen gefährlich ausgesetzt sind.

Während das weltweit beliebteste Sportereignis auf einen neuen Emissionsrekord zusteuert, sehen Aktivisten eine tickende Uhr für sinnvolle Veränderungen. Die anhaltende Hinwendung der FIFA zu Greenwashing und fossilen Brennstoff-Sponsoren offenbart eine Institution, die die Einsätze eines sich erwärmenden Planeten nicht begriffen hat.

Basierend auf Berichterstattung des Guardian.