Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026, die in 16 Städten in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, steht vor großen Herausforderungen durch extreme Wetterbedingungen. Da das Turnier im Juni beginnt und bis Mitte Juli läuft, müssen die Gastgeberstädte mit Sommerhitze, hoher Luftfeuchtigkeit, häufigen Gewittern und sogar schlechter Luftqualität durch Waldbrände umgehen. Diese Faktoren könnten Spiele stören, die Leistung der Spieler beeinträchtigen und das Erlebnis der Fans beeinflussen.
Hitze ist ein Hauptanliegen. Viele Gastgeberstädte, insbesondere im Süden der USA und im Norden Mexikos, verzeichnen im Sommer durchschnittliche Tagestemperaturen im niedrigen bis mittleren 30er-Bereich (Mitte 90°F), mit gelegentlichen Spitzen bis zu 40 °C (104 °F). Unter Einbeziehung der Luftfeuchtigkeit kann die gefühlte Temperatur in die Höhe schießen – in Miami beispielsweise liegen die Lufttemperaturen typischerweise bei 32 °C (90 °F), fühlen sich aber wie 43 °C (109 °F) an. Die Feuchtkugeltemperatur (WBGT), die die Hitzebelastung des Körpers misst, ist eine wichtige Kennzahl. Eine 2025 im International Journal of Biometeorology veröffentlichte Studie ergab, dass 14 von 16 Austragungsorten an Sommernachmittagen eine WBGT von über 28 °C (82 °F) aufweisen – eine Schwelle, die für Spitzensportler als signifikant angesehen wird.
Als Reaktion darauf hat die FIFA für jedes Spiel eine obligatorische dreiminütige Abkühlungspause pro Halbzeit eingeführt und beruft sich auf ein „Engagement für das Spielerwohl“. Die Spiele werden auch außerhalb der heißesten Tageszeit angesetzt, viele Anstoßzeiten sind am späten Nachmittag oder Abend. Zum Beispiel beginnt Schottlands Gruppenspiel gegen Brasilien in Miami um 18:00 Uhr ET (23:00 Uhr BST). Einige Spielstätten wie die in Houston und Dallas verfügen über einziehbare Dächer und Klimaanlagen, um extreme Bedingungen abzumildern.
Gewitter stellen die sichtbarste Bedrohung für den Spielplan dar. In Städten wie Miami, Houston und Atlanta, wo warme, feuchte Luft häufig nachmittags und abends Schauer auslöst, sind Sommergewitter üblich. Blitze in einem Umkreis von 10 Meilen um das Stadion führen zu einer sofortigen Spielunterbrechung mit einer 30-minütigen Verzögerung nach dem letzten Einschlag. Dies zeigte sich bei der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025, bei der sechs Spiele durch Hitze und Gewitter gestört wurden, darunter eine zweistündige Verzögerung im Spiel Chelsea gegen Benfica. Der damalige Chelsea-Trainer Enzo Maresca bemerkte, dass die USA „wahrscheinlich nicht der richtige Ort für den Wettbewerb sind“.
Rauch von Waldbränden fügt eine weitere Ebene der Unvorhersehbarkeit hinzu. Die Waldbrandsaison 2026 hat früh begonnen, überdurchschnittlich viele Brände brennen bereits. Im Jahr 2023 breitete sich Rauch von kanadischen Waldbränden über weite Teile Nordamerikas aus, verursachte gefährliche Luftqualität in Städten wie New York und führte zur Absage von Sportveranstaltungen. Die FIFA hat derzeit keine festgelegte Luftqualitätsschwelle, um Spiele abzusagen, daher werden Entscheidungen auf der Grundlage von Echtzeitbedingungen und lokalen Gesundheitsempfehlungen getroffen.
Das WM-Finale, das für den 19. Juli um 15:00 Uhr ET (20:00 Uhr BST) im MetLife Stadium in New York geplant ist, könnte besonders anfällig sein. Eine typische Hitzewelle könnte die Lufttemperaturen auf Mitte 30 °C (Mitte 90°F) mit einer WBGT von etwa 30 °C (86 °F) ansteigen lassen, was zu extremer Hitzebelastung führt. Während die Stadioninfrastruktur und Terminanpassungen helfen, bleibt das Wetter ein Joker.
Für Fans könnte extremes Wetter unangenehme Bedingungen in den Stadien und Fan-Zonen, mögliche Verzögerungen oder Evakuierungen aufgrund von Gewittern und Störungen der Reisepläne bedeuten. Spätabendspiele in der britischen Zeitzone könnten sich bei Verzögerungen noch weiter verlängern. Die Organisatoren sind sich dieser Herausforderungen bewusst, räumen aber ein, dass es schwierig ist, Gewitter und Hitzewellen genau vorherzusagen.
Die WM 2026 wird zu einer Bewährungsprobe für die Widerstandsfähigkeit gegen die Natur. Während die FIFA und die lokalen Organisatoren Schritte unternommen haben, um Risiken zu verringern, wird der Erfolg des Turniers teilweise davon abhängen, wie gut die Wettervorhersagen mit den tatsächlichen Bedingungen übereinstimmen. Spieler, Teams und Fans gleichermaßen müssen sich auf einen Sommer vorbereiten, in dem die Elemente ebenso unberechenbar sind wie das Spiel selbst.
Berichterstattung basiert auf BBC Sport.