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Warum Hakimis WM-Nominierung ein Glücksspiel ist, das alles

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Marokkos Kapitän Achraf Hakimi steht im WM-Kader, obwohl er seit seiner Knieverletzung im April kein Spiel bestritten hat. Die Atlaslöwen eröffnen am 19. Juni

Die Nominierung von Achraf Hakimi in Marokkos WM-Kader ist sowohl eine Erleichterung als auch ein Glücksspiel. Der Außenverteidiger von Paris Saint-Germain und Kapitän der Atlaslöwen hat seit seiner Knieverletzung im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Bayern München am 28. April keine Pflichtspielminute absolviert. Dennoch hat Trainer Walid Regragui den 27-Jährigen nominiert und vertraut auf seine Führungsqualitäten und Weltklasse-Fähigkeiten, die mangelnde Spielpraxis auszugleichen.

Die Verletzung ereignete sich bei einer hitzigen Begegnung in München, und Hakimi verpasste anschließend die Bundesliga-Schlussphase von PSG sowie das entscheidende Rückspiel des Halbfinals. Mit dem Champions-League-Finale gegen Arsenal am Samstag gab Hakimis Auftritt im Training diese Woche einen Hoffnungsschimmer, dass er für seinen Verein auflaufen könnte. Dass er als fit genug eingestuft wurde, um zur Nationalmannschaft zu stoßen, deutet auf optimistische medizinische Bewertungen hin, obwohl weiterhin Bedenken hinsichtlich seiner Bereitschaft für ein anstrengendes Turnier bestehen.

Marokkos Entscheidung, Hakimi zu nominieren, ist angesichts seines Status als Schlüsselfigur verständlich. Mit 95 Länderspielen ist er einer der erfahrensten Spieler im Kader. Seine Vorstöße von der rechten Seite sind zum Markenzeichen von Marokkos schnellem Konterstil geworden, der sie bei der WM 2022 bis ins Halbfinale führte. Ohne ihn würde Regragui eine wichtige Offensivwaffe und einen defensiven Eckpfeiler verlieren.

Die Kaderbekanntgabe enthielt mehrere andere Gesprächsthemen. Noussair Mazraoui von Manchester United, Issa Diop von Fulham und Chadi Riad von Crystal Palace bringen Premier-League-Erfahrung in eine Abwehr, zu der auch Nayef Aguerd von Olympique Marseille gehört. Sunderlands Flügelspieler Chemsdine Talbi ist eine Überraschungsnominierung, während Brahim Díaz von Real Madrid nach seinem Wechsel von Spanien für Kreativität sorgt.

Im Mittelfeld wird Sofyan Amrabat – jetzt bei Real Betis nach einer Leihe zu Manchester United – als Anker erwartet, zusammen mit Bilal El Khannouss, dem ehemaligen Spielmacher von Leicester, der bei Stuttgart aufgeblüht ist. Die Auslassung von Hakim Ziyech, der jetzt in Katar spielt, signalisiert eine Hinwendung zu jüngeren Optionen, obwohl der Ex-Chelsea-Star eine Schlüsselfigur im WM-Lauf 2022 war.

Marokko geht als bestplatzierte afrikanische Mannschaft ins Turnier, auf Platz acht der FIFA-Weltrangliste. Ihre jüngste Geschichte ist sowohl stolz als auch kontrovers: Nachdem sie die Fußballwelt durch den Einzug ins Halbfinale in Katar verblüfft hatten, wurde ihnen später der Afrika-Cup zugesprochen, nachdem Senegals Finalsieg wegen eines Spielerboykotts aberkannt worden war. Diese Entscheidung, obwohl umstritten, hat die Erwartungen an die Atlaslöwen nur noch erhöht.

In Gruppe C mit Schottland, Brasilien und Haiti gelost, steht Marokko ein schwieriger Weg in die K.o.-Runde bevor. Das Eröffnungsspiel am 19. Juni gegen Schottland wird entscheidend sein; Steve Clarkes Team ist physisch und gut organisiert, und Marokko muss seine Bestleistung abrufen, um ein positives Ergebnis zu erzielen. Brasilien, immer einer der Favoriten, wird ihre Widerstandsfähigkeit auf die Probe stellen, während Haiti ein Geheimtipp für eine Überraschung ist.

Für Hakimi sind die nächsten Wochen eine heikle Gratwanderung. Wenn er seine Genesung überstürzt, könnten PSGs Saisonendspurt und seine eigene langfristige Fitness gefährdet werden. Umgekehrt wäre ein Verpassen der WM für einen Spieler seines Ehrgeizes undenkbar. Regragui wird seine Einsatzminuten sicherlich sorgfältig managen, ihn in frühen Spielen vielleicht als Einwechselspieler einsetzen oder eine konservativere Rolle wählen, um sein Knie zu schonen.

Die Hoffnungen der Atlaslöwen auf eine weitere tiefe Turnierrunde hängen stark von ihrem Kapitän ab. Seine Fähigkeit, Abwehr und Angriff zu verbinden, präzise Flanken zu schlagen und Standards zu übernehmen, macht ihn unersetzlich. Selbst mit 80% Fitness hebt Hakimis Anwesenheit auf dem Platz seine Teamkollegen und beunruhigt die Gegner. Allein der psychologische Schub mag das Risiko rechtfertigen.

Während Marokko die letzten Vorbereitungen abschließt, wird die Fußballwelt Hakimis Fortschritte genau verfolgen. Seine Situation spiegelt ein klassisches Dilemma des internationalen Fußballs wider: Wenn ein Starspieler verletzt ist, setzt man auf seine Genesung zum Wohle der Nationalmannschaft oder schützt seine langfristige Karriere? Marokkos Antwort wird bald auf der größten Bühne auf die Probe gestellt.

Basierend auf einem Bericht von BBC Sport.