Während das schottische Pokalfinale näher rückt, hat Neil Lennon eine deutliche Warnung an seinen ehemaligen Verein Celtic ausgesprochen: 'Underdogs beißen.' Der Manager von Dunfermline Athletic, der sowohl als Spieler als auch als Trainer bei Parkhead mehrere Trophäen gewann, ist entschlossen, am Samstag im Hampden Park eine der größten Überraschungen des Wettbewerbs zu inszenieren.
Der Zweitligist hat in dieser Saison bereits die Erwartungen übertroffen: Er schaltete die Erstligisten Hibernian, Aberdeen und Falkirk auf dem Weg zum Finale aus. Dieser Lauf hat laut Lennon nicht nur den Platz im Finale gesichert, sondern auch einen starken 'inneren Glauben' im Team entfacht. Die Pars betrachten den Anlass nicht als bloßen Ausflug, sondern sind entschlossen, ihren Moment zu nutzen.
Lennon ärgert sich über die Erzählungen vor dem Spiel, die er als 'respektlos' empfindet. Er hob Äußerungen hervor, in denen Martin O‘Neill den Pokal gemeinsam mit Celtic-Kapitän Callum McGregor in die Höhe stemmt, sowie Andeutungen, dass der Glasgow-Klub bei einer früheren Ernennung O‘Neills auf dem Weg zum Triple wäre. 'Ich würde uns nicht abtun', konterte Lennon. 'Wir sind die Underdogs, aber Underdogs beißen.'
Der Dunfermline-Manager gab zu, dass solche Geringschätzungen zusätzliche Motivation gebracht haben. 'Ja, es ärgert mich. Aber es ist nur zusätzlicher Treibstoff, also großartig', sagte er und betonte, dass sein Team mit ruhigem Selbstvertrauen, nicht mit Arroganz, nach Hampden kommen wird. Er macht sich keine Illusionen über die Größe der Aufgabe gegen eine mit Qualität gespickte Celtic-Mannschaft, aber der abwertende Ton hat die Entschlossenheit der Gäste gestärkt.
Die Vorbereitung auf das Finale verlief für Dunfermline nicht ganz reibungslos. Ihr Aufstiegskampf in die Premiership endete letzte Woche mit einer herben Enttäuschung durch eine Play-off-Halbfinalniederlage gegen Partick Thistle. Doch Lennon besteht darauf, dass die Enttäuschung ihren Geist nicht gedämpft hat; wenn überhaupt, hat sie ihren Fokus darauf geschärft, eine dem Anlass würdige Leistung zu zeigen.
Ein doppelter Aufschwung für die Fifers: Stürmer Zak Rudden steht nach über drei Monaten Verletzungspause vor seiner Rückkehr. Zudem wird Torhüter Aston Oxborough nach seiner vorübergehenden Rückbeorderung durch den Mutterklub Motherwell wieder ausgeliehen zur Verfügung stehen. Diese Verstärkungen könnten entscheidend sein, wenn Dunfermline versucht, Celts star besetzten Angriff zu stoppen.
Die Nebenhandlung um Lennon und O‘Neill sorgt für zusätzliche Spannung. Der 54-Jährige sträubt sich dagegen, als O‘Neills Lehrling bezeichnet zu werden, und nennt das 'respektlos'. Nachdem er während der glanzvollen ersten Amtszeit des Nordiren bei Celtic ein Jahrzehnt lang mit ihm zusammengearbeitet hat, findet Lennon, dass diese Beschreibung ihre berufliche Beziehung untergräbt. Er wird stattdessen die 'surrealen' Erfahrung genießen, seinen Verstand mit dem Mann zu messen, der einen Großteil seiner Trainingsphilosophie geprägt hat.
Lennon äußerte sich überschwänglich über O‘Neills breitere Erfolge, insbesondere bei Leicester City. 'Alle reden darüber, was er bei Celtic gemacht hat, aber was er bei Leicester geleistet hat, ist unglaublich', sagte Lennon und wies auf vier Top-10-Platzierungen in der Premier League und drei Ligapokalfinals mit einem Bruchteil des Budgets der Konkurrenz hin. 'Wenn das ein moderner Trainer wäre, würde er zu Bayern München oder so gehen.'
Das schottische Pokalfinale 2025 ist für Samstag, den 23. Mai, angesetzt; Anpfiff ist um 15:00 BST. Fans können die Action live auf BBC One Scotland, BBC iPlayer, BBC Sounds und Radio Scotland verfolgen, und auf der BBC Sport-Website und -App gibt es umfassende Berichterstattung.
Für Dunfermline ist das Spiel weit mehr als eine Chance auf Silber. Es ist die Gelegenheit, ihren Namen in die Folklore einzutragen, zu beweisen, dass Zweitklassigkeit kein Hindernis für Ruhm ist. Unter Lennons Führung haben sie bereits gezeigt, dass sie Premiership-Gegner bezwingen können; jetzt müssen sie im Nationalstadion das ultimative Statement setzen.
Während sich die beiden Mannschaften auf den Einlauf im Hampden Park vorbereiten, ist die Bedeutung des Anlasses greifbar. Celtic wird erwartungsgemäß dominieren, aber Lennons unnachgiebige Botschaft hallt nach: 'Underdogs beißen.' Ob dieser Biss scharf genug ist, um die Champions zu Fall zu bringen, bleibt abzuwarten, aber Dunfermline wird sich nicht kampflos geschlagen geben.
Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.