Xxgwise
PremiumAnmelden
Nachrichten

Warum Liverpools Champions-League-Platz sich leer anfühlt

LeagueLiverpool vs BrentfordLiverpoolBrentfordAnderlechtFortaleza ECAl-Wasl FCForest GreenAndorraQueen's ParkSignalKanadaKoperMetz

Liverpools 1:1-Unentschieden gegen Brentford sicherte einen Champions-League-Platz, aber der Abschied von Mohamed Salah und Andy Robertson prägte den Tag.

Liverpool sicherte sich mit einem hart erkämpften 1:1-Unentschieden gegen Brentford die Rückkehr in die Champions League, doch der Erfolg wurde von einem emotionalen Nachmittag überschattet, an dem zwei Vereinsikonen dem Anfield-Publikum zum Abschied winkten. Während der Punkt einen Platz unter den ersten Vier sicherte, war das bleibende Bild das von Mohamed Salah und Andy Robertson, die sich beim Publikum bedankten – beide werden voraussichtlich im Sommer Merseyside verlassen.

Das Spiel selbst hatte nicht die Feuerwerke, die man von einem Team erwarten würde, das sich seinen Platz am europäischen Spitzentisch sichert. Brentford erwies sich als hartnäckiger Gegner und glich Liverpools frühes Tor mit einem gut herausgespielten Ausgleich aus. Das Unentschieden reichte jedoch – dank anderer Ergebnisse – und sicherte Liverpool, dass sie nächste Saison wieder die Champions-League-Hymne hören werden. Für einen Verein im Umbruch unter neuer Führung hat diese Rückkehr erhebliches finanzielles und sportliches Gewicht.

Doch die Erzählung verlagerte sich schnell vom Spielfeld auf die Ränge. Nach dem Abpfiff fingen Fernsehkameras ein, wie Salah und Robertson lange Umarmungen mit Teamkollegen und dem Staff teilten, bevor sie sich zur Kop-Tribüne drehten und salutierten. Es lag eine spürbare Endgültigkeit in der Luft, die Erkenntnis, dass dies das letzte Mal sein könnte, dass Anfield zwei Spieler sieht, die wesentlich zur modernen goldenen Ära des Vereins beigetragen haben.

Salahs Vermächtnis in Liverpool ist unantastbar. Seit seiner Ankunft von Rom 2017 hat der ägyptische Stürmer Torrekorde gebrochen, drei Premier-League-Torschützenkronen geholt und eine entscheidende Rolle beim Champions-League-Triumph 2019 und dem Meistertitel 2020 gespielt. Seine unermüdliche Beständigkeit und ikonischen Jubel haben ihn zu einem globalen Superstar und zum Gesicht von Liverpools Wiederaufstieg unter Jürgen Klopp gemacht. Ihn möglicherweise gehen zu sehen, während er noch nahe seines Zenits operiert, ist eine bittere Pille für die Fans.

Andy Robertsons Aufstieg von bescheidenen Anfängen bei Queen's Park zu einem der weltbesten Linksverteidiger ist nicht weniger legendär. Der Schotte brachte Energie, Flankenqualität und defensive Zähigkeit in Klopps Pressingmaschine ein. Mit über 200 Einsätzen, einer Champions-League-Siegermedaille und einem Premier-League-Titel verlässt Robertson – falls er geht – mit einem Trophäenschrank, der eine Karriere widerspiegelt, die kaum jemand vorausgesehen hätte, als er 2017 für eine bescheidene Ablöse kam.

Die drohenden Abgänge überraschen nicht, wer die internen Abläufe des Vereins verfolgt. Beide Spieler befinden sich in der letzten Phase ihrer Verträge, und Liverpools Besitzer zeigten historisch Zurückhaltung bei langen Verträgen für Spieler über 30. Mit einem neuen Trainer, der beauftragt ist, den Kader zu verjüngen, signalisieren die Abgänge von Salah und Robertson einen klaren Bruch mit der Vergangenheit und den Beginn eines neuen Zyklus. Für viele wird dieser Sommer davon geprägt sein, welche jungen Talente kommen, um die Lücken zu füllen.

Doch die emotionale Wucht des Nachmittags kann nicht in Kaderzahlen oder Transferbudgets gemessen werden. Für eine ganze Generation von Fans verkörpern Salah und Robertson eine Ära des unerbittlichen Heavy-Metal-Fußballs, die eine 30-jährige Titel-Dürre beendete und Liverpool in Europa wieder gefürchtet machte. Ihre Abgänge – zusammen mit denen anderer Schlüsselfiguren der Klopp-Ära – markieren das definitive Ende eines Teams, das einst nur einen Wimpernschlag von einem historischen Vierfachsieg entfernt war.

Der Champions-League-Platz, bestätigt mit derselben pragmatischen Effizienz, die Liverpools Form in der späten Saison kennzeichnete, bietet eine Plattform für den Wiederaufbau. Die Teilnahme am wichtigsten europäischen Wettbewerb ist für einen Verein von Liverpools Statur nicht verhandelbar, sowohl für die Einnahmen als auch für die Anziehung von Top-Talenten. Die Donnerstagabende der Europa League zu vermeiden, war eine Mindestanforderung, und sie wurde erfüllt.

Der neue Trainer – Berichten zufolge Arne Slot – wird nun die Mittel und den Reiz von Champions-League-Nächten haben, um den Kader umzugestalten. Aber die kombinierte Leistung und den Einfluss von Salah und Robertson zu ersetzen, ist eine monumentale Aufgabe. Es könnte nicht nur Neuzugänge erfordern, sondern eine taktische Evolution, weg vom 'rope-a-dope'-Chaos, das die Klopp-Ära prägte, hin zu etwas Kontrollierterem.

Während sich der Fokus auf das Sommer-Transferfenster richtet, hoffen die Liverpool-Fans, dass das Recruitment-Team des Vereins die Magie wiederholen kann, die einst Juwelen wie Robertson für einen Pappenstiel entdeckte und Salah zu einem Phänomen machte. Das Anfield-Publikum, nachdem es sich von zwei modernen Legenden verabschiedet hat, wartet nun darauf, was als Nächstes kommt.

Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.