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Warum Sarri zu verlieren eine Sünde ist: Di Matteo über das

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Roberto Di Matteo nennt Sarris möglichen Abgang eine 'Sünde', lobt Chivu als championsligareif und sagt trotz Inters Favoritenrolle ein enges Coppa Italia

Das Coppa Italia Finale zwischen Inter und Lazio rückt nicht nur die Trophäe in den Fokus – es beleuchtet zwei Trainer, deren Zukunft unter intensiver Beobachtung steht. In einem exklusiven Interview mit Tuttosport analysierte der ehemalige Lazio- und Chelsea-Mittelfeldspieler Roberto Di Matteo das Duell und gab klare Einschätzungen zu Maurizio Sarris Bedeutung, Cristian Chivus rasantem Aufstieg und der finanziellen Kluft, die italienische Klubs zurückhält.

Di Matteo, jetzt technischer Analyst für die FIFA nach seiner Trainerzeit, räumte Inters klare Vorteile ein. Die Nerazzurri gehen frisch von einem Scudetto-Triumph und einem dominanten 3:0-Ligasieg gegen Lazio nur Tage zuvor ins Finale. 'Inter ist Favorit wegen ihrer Saison, des gewonnenen Titels, ihrer Kadertiefe und dieses Ergebnisses', sagte er. Dennoch weigerte er sich, das Spiel als vorentschieden zu erklären. 'Ein Finale ist ein Finale – es gibt immer Raum für Überraschungen. Sarri hat sein Team trotz eines extrem schwierigen Jahres in dieses entscheidende Spiel gebracht: Das muss man anerkennen.'

Di Matteo lobte besonders Lazios kollektive Widerstandsfähigkeit und das Aufkommen von Torhüter Motta als zuverlässigem Rückhalt. 'Lazio hat gezeigt, dass sie eine geeinte, starke Gruppe sind, die auch in stürmischen Momenten alle in die gleiche Richtung rudern', bemerkte er. Die Implikation ist klar: Sarris taktischer Stempel, auf Ballbesitz und Pressing aufbauend, hat eine Identität geschmiedet, die an guten Tagen jeden Gegner ins Wanken bringen kann.

Auf der anderen Seite hat Chivus Debütsaison als Inter-Trainer die Erwartungen übertroffen. Nachdem er seine Trainerqualitäten bei Parma im Abstiegskampf unter Beweis gestellt hatte, passte sich der Rumäne nahtlos dem Druck eines Vereins an, bei dem Siegen Pflicht ist. 'Die Erwartungen, der Lärm, die Haltung der Fans – alles ändert sich', erklärte Di Matteo. 'Aber Chivu hat diese Lücke dank seiner Spielerkarriere geschlossen. Seine immense internationale Erfahrung half ihm, Antworten auf schwierige Fragen zu finden.' Für einen Trainer, der noch nie zuvor einen Titelanwärter geführt hatte, ist Inters nationaler Erfolg ein starkes Zeichen seiner Champions-League-Reife.

Trotz des gegenseitigen Respekts schlägt Di Matteos Herz für die Biancocelesti. 'Ich hoffe, Lazio gewinnt, immer', sagte er lächelnd. Nostalgie für seine eigene Spielzeit unter Zdenek Zeman – einem notorisch abenteuerlichen Trainer – färbte seine Analyse. Auf die Frage, ob ihn diese Lazio-Mannschaft an jene Ära erinnere, zog er einen scharfen Kontrast: 'Wir waren viel risikofreudiger. Das heutige Lazio ist strukturierter und ausgewogener. Wir haben alle zum Lachen gebracht – Zuschauer, uns selbst, sogar die Gegner. Alles konnte passieren.'

Inters Saison war indes nicht nur von Glanz, sondern auch von Krisenmanagement geprägt. Di Matteo hob hervor, wie Führungsspieler innerhalb des Teams in schwierigen Phasen Ruhe bewahrten und ohne Hysterie motivierten. Dies spiegelt das Vermächtnis von Simone Inzaghi wider, unter dem Inter zwei Champions-League-Finals in drei Jahren erreichte – 'eine enorme Leistung'. Während Chivus Kontinuität darauf hindeutet, dass der Verein in Europa wettbewerbsfähig bleiben kann, dämpfte Di Matteo die Erwartungen: 'Die Probleme des italienischen Fußballs gehen tiefer. Die finanziellen Unterschiede zur Premier League, La Liga und Bundesliga sind massiv.'

Sarris eigene Zukunft heizt die Diskussion vor dem Finale an. Mit Berichten, die ihn mit dem Napoli-Trainerposten in Verbindung bringen, nahm Di Matteo kein Blatt vor den Mund: 'Es wäre eine echte Sünde, ihn zu verlieren. Sarri ist der Mehrwert dieser Lazio-Mannschaft. Er verbessert jeden einzelnen Spieler, mit dem er arbeitet.' Eine solche Befürwortung hat Gewicht – Di Matteo erlebte Sarris Methodik aus nächster Nähe in ihrer Chelsea-Zeit.

Ein Sieg im Coppa Italia Finale am Sonntag würde Lazios Saison von enttäuschend zu triumphal verwandeln. Derzeit auf Platz 9 der Serie A, würde der Pokalsieg die Europa-League-Qualifikation garantieren. 'Das wäre eine sehr positive Saison', betonte Di Matteo. 'Die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb bringt finanzielle Vorteile und erleichtert es, Top-Spieler anzuziehen. Die Attraktivität steigt.'

Di Matteos jüngstes FIFA-Forschungsprojekt zur Analyse der wichtigsten europäischen Ligen bestärkte seine Bedenken. 'Es gibt eine enorme finanzielle Kluft zwischen der Serie A und der Premier League, La Liga und Bundesliga. In jeder heimischen Liga spiegelt die Budgettabelle am Ende die Abschlusstabelle wider – Position für Position.' Für Lazio, dessen Ressourcen hinter Rivalen wie Juventus, Mailand und Inter zurückbleiben, ist das ständige Herausfordern um Champions-League-Plätze ein struktureller Kampf.

Den italienischen Fußball als Ganzes betrachtend, forderte Di Matteo den neuen Verbandspräsidenten auf, sich mit kompetenten, tiefgründig sachkundigen Leuten zu umgeben. 'Bisher haben auf allen Ebenen persönliche Interessen über das Allgemeinwohl gesiegt.' Seine Worte treffen mit besonderer Dringlichkeit, da die Nation weiterhin auf und neben dem Platz hinterherhinkt.

Obwohl Spekulationen ihn gelegentlich mit Trainerposten in Verbindung bringen, stellte Di Matteo seinen Standpunkt klar: 'Ich bin seit vielen Jahren von der Bank weg. Ich bin im Fußball geblieben, aber in einer anderen Rolle, hinter den Kulissen, und ich muss zugeben, dass ich so sehr zufrieden bin.' Seine Einsichten kommen vorerst von der Pressetribüne, nicht von der Trainerbank – und am Samstagabend wird sein analytischer Blick auf zwei Trainer gerichtet sein, die sich auf sehr unterschiedlichen Karrierewegen befinden.

Während sich das Stadio Olimpico auf ein Finale voller Nebengeschichten vorbereitet, ist eines sicher: Ob Sarri bleibt oder geht, und ob Chivu eine Dynastie aufbauen kann, wird weit über eine einzelne Trophäe hinauswirken. Basierend auf Berichten von Tuttosport.