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Warum Spurs-CEO sagt, dass ein 'kompletter Neustart' nötig

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Tottenham-CEO Venkatesham gibt zu, dass ein 'kompletter Neustart' nötig ist, enthüllt 'besorgniserregenden' Mangel an Fußballbesessenheit und Pläne für den

Tottenham Hotspur entging am letzten Spieltag der Premier League knapp dem Abstieg, aber CEO Vinai Venkatesham machte klar, dass die Flucht kein Grund zum Feiern sei. In einem offenen 50-minütigen Interview mit BBC Sport gab er zu, dass der Verein nach einer desaströsen Saison, die tiefsitzende Versäumnisse offenbarte, einen 'kompletten Neustart' benötigt. Der 1:0-Sieg bei Everton sicherte den Klassenerhalt, doch Venkateshams unmittelbare Emotion war 'Erleichterung' statt Freude, was unterstreicht, wie weit Spurs von ihren erklärten Ambitionen, um europäische Plätze zu kämpfen, gefallen waren.

Venkatesham, der letzten Sommer nach dem Europa-League-Triumph des Vereins unter Ange Postecoglou beitrat, entdeckte schnell eine härtere Realität. 'Der Verein war in einigen Bereichen in einem deutlich schlechteren Zustand, als ich dachte', enthüllte er. Während die Stadionoperationen und der kommerzielle Arm von Tottenham stark blieben, war die Fußballseite besorgniserregend zurückgefallen. Er wies auf einen Mangel an 'unermüdlicher Besessenheit von Fußballerfolg' hin und zitierte das hochmoderne Trainingszentrum, das eher einem 'Fünf-Sterne-Hotel' als einer Hochleistungsumgebung ähnelte. Die Lücke zu den Rivalen, sagte er, sei über einen Zeitraum von fünf Jahren gewachsen, in dem andere Premier-League-Vereine ihre Fortschritte beschleunigt hatten.

Diese brutale ehrliche Einschätzung markiert einen Wendepunkt für einen Verein, der seit Mauricio Pochettinos Champions-League-Finale 2019 gedriftet ist. Zwei aufeinanderfolgende 17. Plätze – der letzte nur in den letzten Minuten der Saison gesichert – legten jahrelange strategische Drift offen. Der Europa-League-Sieg unter Postecoglou, der eine lang ersehnte Trophäe brachte, verschleierte zugrunde liegende Kaderungleichgewichte und ein Rekrutierungsmodell, das kommerzielle Gewinne über Fußballlogik stellte. Der Abgang von Vorstandsvorsitzendem Daniel Levy im letzten September behob nicht sofort die kulturelle Trägheit, die Venkatesham beschreibt.

Der neue CEO stand sofort vor Bewährungsproben. Thomas Frank wurde im Februar entlassen, nach einer Saison, die vielversprechend begann, aber in taktischer Verwirrung und Fanprotesten zerfiel. Venkatesham wies Behauptungen zurück, der Verein sei 'passiv' gewesen, und betonte, sie hätten Ergebnisse, die Wahrscheinlichkeit einer Wende, Risiken des Januar-Transfers und Termindruck abgewogen. Aber die Entscheidung, bis zum Frühjahr an Frank festzuhalten, zog scharfe Kritik auf sich, insbesondere als die Mannschaft tiefer in Schwierigkeiten rutschte. Der Plan, Roberto De Zerbi fest zu verpflichten, scheiterte, als der Italiener nicht bereit war, mitten in der Saison zu kommen, was eine Kehrtwende zum Interimsmarkt erzwang.

Das führte zur unglückseligen Ernennung von Igor Tudor, der nur sieben Spiele durchhielt, bevor er sich im gegenseitigen Einvernehmen trennte. Venkatesham räumte ein, dass es 'nicht geklappt hat', und nannte den Mangel des Kroaten an Premier-League-Erfahrung als bekanntes Risiko, das nach hinten losging. Die chaotische Trainersuche krönte eine Saison des Missmanagements und ließ die Anhänger wütend zurück. Venkatesham selbst ist zum Ziel von Fanwut geworden, etwas, das er angesichts des Abstiegs des Vereins versteht. 'Ich muss ein dickes Fell entwickeln', sagte er, betonte aber, dass die Behebung von Problemen, die über viele Jahre entstanden sind, Zeit braucht.

Inmitten des Aufruhrs gibt es Anzeichen für einen echten Neustart. Venkatesham bestätigte, dass Tottenham Gespräche mit Sebastian Kehl geführt hat, der kürzlich seine Rolle als Sportdirektor bei Borussia Dortmund verlassen hat, als Teil einer Sommer-Rekrutierungsreform. Der Verein hat auch seine Gehaltsobergrenze erhöht, um Top-Spieler anzuziehen – ein Eingeständnis, dass frühere finanzielle Beschränkungen die Wettbewerbsfähigkeit behindert hatten. Diese Schritte, zusammen mit geplanten Änderungen an der Trainingszentrum-Umgebung, signalisieren eine überfällige Priorisierung von Fußballexpertise.

Die Auswirkungen für Spurs sind tiefgreifend. Wenn Venkateshams Neustart gelingt, könnte er den Verein aus seinem alarmierenden Abstieg befreien und zurück in die europäischen Plätze bringen. Aber die Geduld ist dünn. Die Anhänger haben zwei Saisons mit schwachen Leistungen ertragen, und die Erinnerung an die Pochettino-Ära ist allgegenwärtig. Die neue Führung muss jetzt ein kohärentes Sommerfenster und eine klare Fußballidentität unter De Zerbi liefern, dessen 'außergewöhnliche' Wirkung Venkatesham als transformativ erhofft. Das Risiko besteht, dass ohne frühe Ergebnisse die Beschimpfungen gegen den CEO zunehmen könnten, was die für den Wandel nötige Stabilität gefährdet. Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.