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Warum VAR das Tor von West Ham nicht anerkannte: Howard

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Howard Webb erklärt, warum VAR den späten Ausgleich von West Ham gegen Arsenal nicht anerkannte, mit der Begründung eines klaren Fouls an Torhüter David Raya

In einer Saison, die von knappen Entscheidungen geprägt ist, erlebte das London Stadium einen VAR-Eingriff, der möglicherweise die Premier-League-Meisterschaft entscheidet. Während Arsenal eine knappe Führung verteidigte und die Uhr tief in der Nachspielzeit lief, schien Callum Wilson von West Ham einen dramatischen Ausgleichstreffer per Kopf zu erzielen, was die Heimfans in Ekstase versetzte. Doch die Feierlichkeiten wurden jäh unterbrochen, als Schiedsrichter Chris Kavanagh eine Überprüfung signalisierte und das Tor schließlich aberkannt wurde, was Arsenal den entscheidenden Sieg bescherte und den Titelkampf offen hielt.

Der Streitpunkt war ein Vorfall abseits des Balls zwischen Pablo von West Ham und Arsenals Torhüter David Raya. Bei der Hereingabe war zu sehen, wie Pablo Rayas Arme packte und festhielt und ihn so offensichtlich daran hinderte, nach dem Ball zu springen. Der Schiedsrichter, der im Gedränge der Spieler keine Sicht hatte, ließ das Spiel zunächst weiterlaufen, aber VAR Darren England von der Stockley Park-Zentrale meldete sofort ein Foul. Die Wiederholungen zeigten einen klaren Regelverstoß – einen, den die Videooffiziellen als eindeutig und offensichtlich ansahen.

Howard Webb, der Leiter der Professional Game Match Officials (PGMOL), äußerte sich in der Sendung 'Match Officials Mic'd Up' zu dem Vorfall. Seine Unterstützung für die Entscheidung war unmissverständlich. „Kategorisch ja“, sagte Webb auf die Frage, ob es ein Foul gewesen sei, und erläuterte dann die genaue Art des Kontakts. Er erklärte, dass diese Art des Festhaltens – die Behinderung der Arme oder Hände eines Torhüters – seit der Saisonvorbereitung besonders betont werde, um genau solche Szenen nicht unbestraft zu lassen.

Webb enthüllte, dass PGMOL vor Saisonbeginn explizite Warnungen an die Spieler ausgesprochen hatte. „Wir haben die ganze Saison über, auch in den Vorsaison-Briefings mit den Spielern, gesagt, dass ein Torhüter bestraft wird, wenn er durch Greifen oder Festhalten der Arme eines Gegners behindert wird und so seine Aufgabe nicht erfüllen kann“, sagte er. Diese Konsistenz in der Kommunikation, argumentierte er, sei entscheidend für die Glaubwürdigkeit des Schiedsrichterprozesses, und bedeute, dass VAR keine Wahl gehabt habe, einzugreifen.

Die VAR-Überprüfung dauerte über vier Minuten und zog unvermeidlich Kritik wegen ihrer Dauer auf sich, aber Webb verteidigte die Pause als Zeichen von Sorgfalt. Er betonte, dass sich die Offiziellen der Bedeutung des Moments voll bewusst gewesen seien und sich die notwendige Zeit genommen hätten, jede Kameraeinstellung zu prüfen. Der Prozess umfasste nicht nur das unmittelbare Foul, sondern eine vollständige Überprüfung der Angriffsphase, um sicherzustellen, dass kein weiterer Regelverstoß vorlag. „Sie waren gewissenhaft“, bemerkte Webb und fügte hinzu, dass die Länge der Überprüfung eine Folge des Respekts vor der Wichtigkeit des Spiels sei.

Nachdem VAR eine Überprüfung vor Ort empfohlen hatte, eilte Kavanagh zum Monitor und studierte das Filmmaterial. Auch er sah das deutliche Festhalten an Rayas Armen und annullierte das Tor. Die Entscheidung bewahrte Arsenals Führung und verschaffte ihnen faktisch einen enormen Vorteil im Titelrennen. Hätte der Ausgleich Bestand gehabt, hätte sich das Meisterschaftsbild drastisch verschoben und einem Rivalen die Chance gegeben, die Lücke zu schließen.

Der Vorfall hat die anhaltende Debatte über die Rolle von VAR in den entscheidenden Momenten des Fußballs neu entfacht. Webb stellte ihn jedoch als Paradebeispiel dafür dar, wie das System wie vorgesehen funktioniert: einen klaren und offensichtlichen Fehler des Schiedsrichters zu korrigieren, den kein Unparteiischer in Echtzeit vernünftigerweise hätte erkennen können. „Im Video ist es klar und es ist offensichtlich“, beharrte er und unterstrich, dass die Technologie genau für solche übersehenen Vergehen existiert.

Für West Ham war der Schmerz greifbar. Nach einem hart umkämpften Spiel gegen einen Titelanwärter wurde ihnen ein berühmtes Ergebnis durch die Spielregeln entrissen. Für Arsenal war die Erleichterung immens, Trainer und Spieler feierten gleichermaßen den Eingriff, der ihre Titelhoffnungen fest in eigener Hand ließ. Das Premier-League-Titelrennen, ohnehin schon eng, wurde durch die anstehenden Spiele noch spannender, jede Entscheidung wurde vergrößert.

Während sich der Staub über einem turbulenten Aufeinandertreffen legt, werden die Worte von Howard Webb durch den Rest der Saison hallen. Die robuste Verteidigung der Entscheidung durch den PGMOL-Chef gibt eine klare Anweisung: Das Festhalten der Arme eines Torhüters ist ein zwingendes Foul, und VAR wird eingreifen, wenn es übersehen wird. In einer Ära, in der Konsistenz das höchste Gut ist, könnte diese Entscheidung – so schmerzhaft sie auch für West Ham ist – ein entscheidender Moment in der fortlaufenden Entwicklung der Liga mit der Technologie sein.

Basierend auf Berichterstattung des Guardian.