Die britische Advertising Standards Authority hat zwei Instagram-Werbeanzeigen der Online-Wettplattform Oddschecker mit den Fußballstars Harry Kane und Erling Haaland verboten, da sie aufgrund der starken Anziehungskraft der Spieler auf Minderjährige als „verantwortungslos“ eingestuft wurden. Die Entscheidung unterstreicht die zunehmende Regulierungskontrolle von Glücksspielmarketing in sozialen Medien.
Ein Beitrag zeigte Kane mit Text, der Wetten auf seinen Gewinn des Ballon d'Or 2026 bewarb, und wies darauf hin, dass 32 % der Wetten auf den englischen Kapitän entfielen. Der andere zeigte Haaland mit einer Bildunterschrift, die Norwegen als die am meisten unterstützte Wette auf den Gewinn der Weltmeisterschaft 2026 hervorhob. Beide wurden ohne Altershinweise oder verantwortungsvolle Glücksspielhinweise veröffentlicht.
Die Aufsichtsbehörde kam zu dem Schluss, dass sowohl Kane als auch Haaland als aktive Spitzensportler mit großer Fangemeinde unter Teenagern ein „hohes Risiko einer starken Anziehungskraft auf Minderjährige“ darstellen. Obwohl Oddschecker seinen Instagram-Account so eingestellt hatte, dass nur Nutzer ab 18 Jahren zugreifen können, stellte die ASA fest, dass eine „erhebliche Anzahl von Kindern“ diese Einschränkung wahrscheinlich durch Fälschung ihres Geburtsdatums umgeht, wodurch die Altersbeschränkung unwirksam wird.
Cyan Blue Odds Ltd, die als Oddschecker firmiert, argumentierte, dass die Beiträge keine herkömmliche Werbung, sondern redaktionelle Inhalte seien, ähnlich wie Sportnachrichten. Das Unternehmen betonte, dass die Alterseinstellungen des Kontos ausreichten, um Minderjährige zu schützen. Die ASA wies dies jedoch zurück und stellte fest, dass die kommerzielle Absicht klar sei – die Beiträge leiteten die Nutzer zu Wettmärkten und verwendeten Werbesprache.
Die Bilder selbst könnten die Erinnerungen junger Fans wecken: Das Foto von Kane und Haaland stammt von einem hochkarätigen Duell zwischen Tottenham Hotspur und Manchester City im Jahr 2023, einem Spiel, das von Millionen weltweit verfolgt wurde, was ihre Bekanntheit bei Jugendlichen weiter festigte.
Dieses Verbot fügt sich in eine strenge Verschärfung der britischen Glücksspielwerbegesetze ein, insbesondere in Bezug auf Personen, die Kinder ansprechen. Nach der Einführung strengerer Regeln im Jahr 2022, die Sportpersönlichkeiten und Prominenten von Glücksspielwerbung ausschließen, wenn sie „eine starke Anziehungskraft auf Minderjährige haben“, setzen die Aufsichtsbehörden die Einhaltung aktiv durch. Die Maßnahme der ASA sendet ein klares Signal an die Betreiber, dass der Schutz in sozialen Medien über Altersbeschränkungen hinausgehen muss.
In einer parallelen Entscheidung verbot die ASA eine Betway-Instagram-Anzeige mit dem ehemaligen Arsenal-Stürmer und heutigen Experten Thierry Henry nicht. Die Aufsichtsbehörde bewertete, dass Henry, der nicht mehr aktiv spielt und hauptsächlich als Kommentator bekannt ist, weniger Anziehungskraft auf Minderjährige hat als aktive Stars. Diese Unterscheidung verdeutlicht, wie Regulierungsbehörden zwischen aktuellen und ehemaligen Sportlern differenzieren, da aktive Fußballer wie Kane und Haaland Jugendidole sind, während Kommentatoren möglicherweise nicht das gleiche Marketingrisiko darstellen.
Die Entscheidung könnte Wettunternehmen dazu zwingen, ihre Influencer-Strategien in sozialen Medien zu überdenken. Die Nutzung von ehemaligen Stars oder nicht-sportlichen Prominenten könnte der sicherere Weg sein, während Partnerschaften mit aktuellen Spielern einer strengeren Prüfung unterliegen könnten. Marken könnten auch in robustere Altersverifizierungstools investieren, um Strafen zu vermeiden.
Für Kane und Haaland bringt diese Entscheidung keine persönlichen Strafen mit sich – keiner von beiden war direkt an der Erstellung der Anzeigen beteiligt. Sie beleuchtet jedoch das empfindliche Gleichgewicht zwischen den kommerziellen Werbeverträgen von Sportlern und ihrem Einfluss auf junge Fans. Beide Spieler haben Millionen junger Follower auf Instagram, was jede Verbindung mit Glücksspiel zu einem heiklen Thema macht.
Die proaktive Überwachung von Social-Media-Anzeigen durch die ASA – ausgelöst durch eine Beschwerde eines Forschers der University of Bristol – signalisiert, dass selbst organisch wirkende Inhalte geprüft werden. Da Online-Wetten boomen, werden die Aufsichtsbehörden wahrscheinlich Schlupflöcher schließen und möglicherweise von den Plattformen verlangen, die Altersverifizierung universell zu verbessern.
Indem die ASA diese Anzeigen verbot, aber die von Henry genehmigte, hat sie eine klarere Grenze gezogen: Aktive Fußballer, insbesondere globale Superstars, dürfen nicht zur Bewerbung von Glücksspiel in sozialen Medien eingesetzt werden, wenn Kinder sie sehen könnten. Die Entscheidung bekräftigt den Grundsatz, dass der Schutz Minderjähriger in den sich entwickelnden britischen Werberichtlinien über die kommerzielle Meinungsfreiheit geht.
Basierend auf einer Berichterstattung von BBC Sport.