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WM 2026: Warum die USA noch nicht das Gefühl haben, dass

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Die Bekanntgabe des USMNT-Kaders unterstreicht die gedämpfte WM-Stimmung 2026, da McKennie und Adams das Gefühl haben, dass das Turnier noch nicht richtig

Nur wenige Tage vor dem Anpfiff der WM 2026 in Mexiko-Stadt bleibt die Präsenz des Turniers in den USA – Co-Gastgeber und Austragungsort des Finales – merkwürdig gedämpft. Trotz jahrelanger Planung und des mit Spannung erwarteten Eröffnungsspiels hat das Ereignis das amerikanische Bewusstsein noch nicht vollständig erfasst. Diese Dissonanz zeigte sich deutlich bei der Vorstellung des Kaders durch den US-Fußballverband in Manhattan, wo Cheftrainer Mauricio Pochettino die 26 Spieler bekannt gab, die die Nation vertreten werden, doch selbst die Stars gaben zu, dass die Bedeutung des Moments noch nicht ganz bei ihnen angekommen war.

Für viele amerikanische Spieler fühlt sich die Ankunft der WM eher wie eine allmähliche Erkenntnis an, nicht wie ein plötzlicher Schock. Juventus-Mittelfeldspieler Weston McKennie gestand bei der schillernden Zeremonie am Pier 17: ‚Für mich wurde es wahrscheinlich nach dem Ende der Saison real ... Ich denke, es wird mich noch mehr treffen. Offensichtlich, wenn man die Nachricht bekommt, dass man in den Kader berufen wurde, ist das ein weiterer großer Moment, in dem man realisiert: OK, es beginnt.‘ Bournemouths Tyler Adams, der gerade ein Premier-League-Spiel gegen Nottingham Forest hinter sich hatte, kam in New York an und fand sich mitten am Times Square wieder, bemerkte jedoch den surreale Übergang: ‚Ich denke, es wird mich wahrscheinlich morgen treffen, wenn wir richtig mit dem Training beginnen.‘

Die gedämpften Emotionen der Spieler spiegeln eine breitere nationale Ambivalenz wider. Im Gegensatz zu traditionellen Fußballnationen, in denen die WM monatelang die Gespräche dominiert, ist der US-Sportkalender überfüllt. Die NBA-Playoffs mit den New York Knicks im Finale beherrschen die Schlagzeilen, während die Baseball- und Eishockey-Saisons parallel weiterlaufen. Diese Sättigung macht es dem Turnier schwer, den exklusiven Fokus zu bekommen, den es anderswo erhält.

Das Fehlen einer Qualifikationskampagne dämpft die Vorfreude zusätzlich. Als Co-Gastgeber qualifizierte sich die USA automatisch, was der Mannschaft den zweijährigen Erzählbogen nahm, der normalerweise kollektive Erwartung aufbaut. Kapitän Tim Ream wies auf den jüngsten Anstieg der Unternehmenswerbung als Signal hin: ‚All die verschiedenen Marken und Dinge zu sehen, die im ganzen Land aufgestellt werden, hat es in den letzten Wochen viel realer gemacht.‘ Aber solche kommerziellen Marker, obwohl in Baumärkten und Apotheken sichtbar, wirken eher wie Hintergrundgeräusche denn wie ein Schlachtruf.

Die Kaderbekanntgabe am Pier 17 war selbst eine Übung in inszenierter Hype. Spieler in grauen Anzügen und weißen Turnschuhen tauchten inmitten von Rauch und Musik auf, während Rapper Gunna auftrat, ein Spektakel, das Verteidiger Miles Robinson als Sinnbild für amerikanischen Exzess beschrieb: ‚Das ist Amerika.‘ Doch selbst diese orchestrierte Veranstaltung unterstrich die Kluft zwischen Pomp und echter Emotion. Für Spieler am Rande der Auswahl war der Stress akut – Gio Reyna, dessen Nominierung monatelang unsicher war, gab zu, dass die letzten Wochen der Klubsaison von Angst geprägt waren.

Diese emotionale Diskrepanz hat einen historischen Kontext. Die USA erhielten die Co-Gastgeberrechte bereits im Juni 2018, als FIFA-Delegierte in Moskau abstimmten. Für eine Generation von Spielern, darunter McKennie und Adams, die damals Teenager waren, war die achtjährige Wartezeit ein abstrakter Horizont. Nun, aus dem Alltag des Klubfußballs in ein nationales Spektakel geworfen, ist der Übergang erschütternd. Christian Pulisic, der prominenteste Star des Teams, fasste das Gefühl zusammen: ‚Ich würde sagen, als ich hier ankam und mit dem Team zusammen war und diese Fans, Unterstützung und den Hype um die WM spürte, da begann ich wirklich, es zu fühlen.‘

Die Auswirkungen auf die Leistung des US-Teams sind differenziert. Während ein Mangel an überwältigendem Druck die Nerven beruhigen könnte, könnte das Fehlen eines befeuerten Heimvorteils den Schwung dämpfen. Historisch gesehen gedeihen Gastgeberländer in kollektiver Euphorie – denken Sie an Südkorea 2002 oder Deutschland 2006 – aber die USA stehen vor der einzigartigen Herausforderung, sich die Ausrichtung mit Kanada und Mexiko über einen riesigen Kontinent zu teilen. Der dezentrale Charakter des Turniers könnte das Gefühl des Anlasses weiter verwässern.

Die FIFA und lokale Organisatoren haben versucht, diese Lücke mit Fan-Zonen, umfangreichem Merchandising und hochkarätigen Veranstaltungen wie der Kaderbekanntgabe zu schließen. Doch wie Verteidiger Miles Robinson anmerkte, könnte die Bedeutung erst beim ersten Spiel oder sogar nach Turnierende richtig einsinken. Dieses verzögerte emotionale Engagement ist in einem Land nicht ungewöhnlich, in dem Fußball trotz wachsender Beliebtheit immer noch mit etablierten Sportarten konkurriert. Der eigentliche Test wird sein, ob das Drama auf dem Spielfeld die gleichgültige Atmosphäre überwinden kann, um ein bleibendes Vermächtnis zu hinterlassen. Vorerst kommt die WM nicht mit einem Brüllen, sondern mit einem Flüstern.

Basierend auf Berichterstattung des Guardian.