Die Saison der English Championship hat ihren dramatischen Höhepunkt erreicht. Nachdem Coventry City und Ipswich Town den direkten Aufstieg gesichert haben, wird das letzte Ticket für die Premier League in den Play-offs vergeben. Vier Klubs – Millwall, Southampton, Middlesbrough und Hull City – sind noch im Rennen, jeder mit einer eigenen Geschichte und dem brennenden Wunsch, in die oberste Spielklasse aufzusteigen. Der Halbfinal-Spielplan steht fest: Hull City empfängt Millwall am Freitag, den 8. Mai, und Middlesbrough trifft am folgenden Tag auf Southampton. Die Rückspiele folgen, gipfelnd im Finale am 23. Mai im Wembley-Stadion.
Millwall geht als ultimativer Außenseiter ins Rennen. Nur wenige Experten hatten vorausgesagt, dass Alex Neils Mannschaft bis zum letzten Spieltag um den direkten Aufstieg kämpfen würde, nur einen Punkt hinter Ipswich. Ihr Erfolg basiert auf einer beeindruckenden Defensive; sie haben die beste Auswärtsbilanz der Liga und die meisten weißen Westen (18). Erstaunliche 41 % ihrer Tore erzielten sie nach Standards, eine Waffe, die in der druckvollen Play-off-Umgebung entscheidend sein könnte. Neil, ein Trainer mit zwei bisherigen Play-off-Aufstiegen in seiner Vita, hat die Überzeugung vermittelt, dass dieser Kader mehr als nur Lob verdient. Die Lions waren seit 1990 nicht mehr in der obersten Spielklasse, und ihr letzter Play-off-Auftritt in der zweiten Liga liegt 24 Jahre zurück. Ihre Halbfinalbilanz ist makellos: Sie haben alle vier vorherigen Play-off-Halbfinals gewonnen, allerdings alle in der League One.
Southampton geht als formstarker Favorit ins Rennen, eine Mannschaft, die sich unter Trainer Tonda Eckert verwandelt hat. Nach einer 1:2-Heimniederlage gegen Hull im Januar, die sie auf Platz 15 zurückwarf, starteten die Saints eine beeindruckende Serie von 19 ungeschlagenen Spielen, von denen sie 14 gewannen, und stürmten auf den vierten Platz. Seit Eckerts erstem Spiel als Trainer hat Southampton mehr Punkte gesammelt und mehr Tore erzielt als jedes andere Championship-Team. Ihre Angriffsstärke ist unbestreitbar, aber eine kuriose Statistik steht im Raum: Sie konnten in der regulären Saison keinen der anderen drei Play-off-Kandidaten besiegen (6 Spiele, 0 Siege, 2 Unentschieden, 4 Niederlagen). Eckert tut die Bedeutung ihres Spurtes in der Schlussphase ab und betont, dass nur der letzte Schritt zählt. Da sie erst in der letzten Saison über die Play-offs aufgestiegen sind, bringen sie wertvolle, aktuelle Erfahrung mit.
Middlesbrough repräsentiert den schlafenden Riesen, einen Verein mit starker Premier-League-Tradition. Sie verbrachten elf aufeinanderfolgende Saisons in der obersten Spielklasse zwischen 1998 und 2009, waren seitdem aber nur eine Saison dort. Unter dem erstmaligen englischen Trainer Kim Hellberg war Boro die meiste Zeit der Saison ein Kandidat für den direkten Aufstieg und stand in 35 der ersten 39 Spielwochen in den Top zwei. Eine Serie von sieben sieglosen Spielen ließ sie jedoch auf den fünften Platz abrutschen. Ihr Angriff ist stark, die letzten elf Saisontore verteilten sich auf Tommy Conway, Morgan Whittaker und David Strelec. Ihre Play-off-Geschichte ist gemischt: 1988 stiegen sie auf, scheiterten aber in vier anschließenden Versuchen in der zweiten Liga, erreichten nur einmal das Finale im Jahr 2015.
Hull Citys Weg zu den Play-offs war weniger beachtet, aber sie sicherten sich ihren Platz und treffen nun im Halbfinale auf Millwall. Ihre Teilnahme komplettiert ein Quartett von Teams mit sehr unterschiedlichen Geschichten. Für Millwall ist es eine märchenhafte Chance, eine 34-jährige Abstinenz zu beenden. Für Southampton geht es um sofortige Wiedergutmachung. Für Middlesbrough ist es die Gelegenheit, einen schlafenden Riesen zu wecken. Für Hull ist es eine Möglichkeit, alle Erwartungen zu übertreffen.
Die Halbfinal-Paarungen versprechen kontrastierende Stile. Das Duell Millwall gegen Hull bringt Neils defensiv solide, auf Standards angewiesene Lions gegen eine Huller Mannschaft, die einen Weg finden muss, sie zu knacken. Das Aufeinandertreffen Middlesbrough gegen Southampton wird als Angriffsspektakel zwischen zwei pressing- und ballbesitzorientierten Teams angepriesen. Hellberg erwartet 'zwei großartige Fußballspiele'.
Die Einsätze könnten nicht höher sein. Der Aufstieg in die Premier League bringt immense finanzielle Belohnungen und globale Aufmerksamkeit. Für die Trainer – Neil, Eckert, Hellberg und Hülls Sergej Jakirovic – stellt es eine karrieredefinierende Leistung dar. Einer dieser vier wird bis zum 23. Mai Premier-League-Trainer sein. Die anderen werden mit der Qual des Scheiterns auf der letzten Hürde konfrontiert sein. Basierend auf Berichten von BBC Sport.