Der Trainer der Elfenbeinküste, Emerse Faé, reagierte zurückhaltend, nachdem sein Team am Donnerstag im Freundschaftsspiel im Stade de la Beaujoire in Nantes den Weltmeister Frankreich mit 2:1 überraschte. Der 40-Jährige, der Anfang des Jahres einen der dramatischsten Siege beim Afrika-Cup orchestrierte, bestand darauf, dass der Sieg ein Moralbooster sei, warnte aber seine Mannschaft vor Selbstgefälligkeit.
Der Sieg gegen Les Bleus – die bestplatzierte Nationalmannschaft der Welt – hat symbolisches Gewicht. Für ein Team, das vor wenigen Monaten den Afrika-Cup 2023 im eigenen Land gewann, festigt dies ihren steigenden Status unter Faés Führung. Der ivorische Fußballverband ging ein Risiko ein, als er dem ehemaligen Mittelfeldspieler mitten im Turnier die Zügel übergab, aber seine Führung hat seitdem einen kontinentalen Titel und nun einen hochkarätigen Erfolg eingebracht.
„Jeder Sieg zählt“, sagte Faé in seiner Pressekonferenz nach dem Spiel. „Wenn man die Nummer eins der Welt schlägt, ist das gut für die Moral.“ Allerdings dämpfte er schnell die Erwartungen. „Wir lassen uns nicht davonreißen. Wir müssen uns auf unser Ziel konzentrieren: das erste Spiel gegen Ecuador.“ Dieses anstehende Spiel scheint Teil der Vorbereitung des Teams auf zukünftige Herausforderungen zu sein, und Faés Priorität ist es, sich auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren, anstatt in vergangenen Erfolgen zu schwelgen.
Die Begegnung gegen Frankreich hatte für Faé eine persönliche Bedeutung, da er in Nantes geboren wurde und seine Profikarriere genau bei dem Verein begann, dessen Stadion das Freundschaftsspiel ausrichtete. Gegen Didier Deschamps zu spielen, einen Weltmeistertrainer, der ebenfalls beim FC Nantes ausgebildet wurde, fügte eine weitere Ebene der Erzählung hinzu. „Es war ein besonderes Spiel, gegen einen Trainer mit einer enormen Erfolgsbilanz, der wie ich in Nantes ausgebildet wurde“, erkannte Faé an.
Auf dem Platz musste die Elfenbeinküste tief graben. In der ersten Hälfte gaben sie Ballbesitz und Raum ab und überstanden mehrere französische Druckwellen. Faé gab zu, dass seine Seite vor der Pause „gegen unseren Willen litt“, als die Gastgeber Lücken ausnutzten und Chancen kreierten. Die ivorische Abwehr, angeführt von erfahrenen Verteidigern, hielt stand, aber das Team hatte Schwierigkeiten, kohärente Angriffe aufzubauen.
Was immer Faé seinen Spielern in der Halbzeit sagte, löste eine Verwandlung aus. Die Elfenbeinküste kam mit größerer Struktur heraus, presste intelligenter und bewegte den Ball zielgerichtet. „In der zweiten Halbzeit konnten wir einige Dinge anpassen, um etwas mehr Kontrolle zu haben“, erklärte er. Das Ergebnis war eine Wende, die die Heimmannschaft schockierte und eine Botschaft an den Rest der Fußballwelt sandte.
Die psychologische Wirkung des Sieges gegen Frankreich kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Seit ihrem AFCON-Sieg navigiert die Elfenbeinküste auf dem schmalen Grat zwischen dem Feiern einer historischen Leistung und dem Aufbau für die Zukunft. Faés Fähigkeit, seine Spieler geerdet zu halten, während er dennoch Glauben vermittelt, ist ein Markenzeichen seiner kurzen Amtszeit. Der Sieg in Nantes liefert einen handfesten Beweis, dass das Team mit der Elite mithalten kann.
In der Zukunft stellt das Spiel gegen Ecuador einen weiteren Test dar. Während die Details dieser Begegnung nicht vollständig klar sind, ist sie Teil des breiteren Kalenders der Elfenbeinküste, während sie sich auf die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2026 und die Verteidigung ihres AFCON-Titels vorbereiten. Faés Betonung unmittelbarer Ziele spiegelt einen pragmatischen Ansatz wider – einen, der half, den Aufschwung während des Turniers zu gestalten, der sie zum AFCON-Titel führte.
Für Deschamps' Frankreich dient die Niederlage als Weckruf nach einer Reihe gemischter Ergebnisse. Den Weltmeistern fehlte die klinische Schärfe, die ihre Kampagne 2018 auszeichnete, und es werden Fragen zu ihren defensiven Lücken aufkommen. Doch die Geschichte der Nacht gehörte der Elfenbeinküste und ihrem gelassenen Anführer, der sich weigerte, den Moment seine langfristige Vision überschatten zu lassen.
Faés Weg von der Interimslösung zum festen Cheftrainer ist ein Zeugnis seines taktischen Geschicks und seiner Fähigkeiten im Umgang mit Menschen. Als er beim AFCON ein Team in der Krise übernahm, stabilisierte er das Schiff, navigierte durch die K.-o.-Runden und lieferte einen Pokal ab. Frankreich auf eigenem Boden zu schlagen, ist ein passender Fußnote zu diesem Kapitel, aber Faé schreibt bereits das nächste.
Die ivorischen Spieler feierten mit maßvoller Freude, im Bewusstsein, dass größere Prüfungen bevorstehen. Der Sieg verstärkt den wachsenden Glauben, dass die Elfenbeinküste sich wieder als Macht auf dem Kontinent und darüber hinaus etablieren kann. Faés Worte dienen jedoch als ständige Erinnerung daran, dass der Prozess wichtiger ist als einmalige Ergebnisse.
Letztendlich war die Botschaft aus Nantes klar: Die Elfenbeinküste hat die Qualität, jeden Gegner zu ärgern, aber ihr Trainer bleibt auf dem Boden der Tatsachen. Wie Faé es formulierte: „Es ist gut für die Moral“, aber die eigentliche Arbeit hat gerade erst begonnen. Basierend auf Berichterstattung von L'Equipe.