Der Weg zum Afrika-Cup 2027 wurde am Donnerstag nach der Auslosung in Kairo deutlich klarer und brachte ein Blockbuster-Westafrika-Duell. Ghana, nach einem dramatischen Absturz in der FIFA-Weltrangliste ungesetzt, wurde in Gruppe C mit den amtierenden zweifachen Meistern Elfenbeinküste gelost und sorgt für ein Spitzenspiel zwischen zwei kontinentalen Schwergewichten. Gambia, das bei seinem Turnierdebüt 2021 das Viertelfinale erreichte, und Somalia vervollständigen die Vierergruppe, aus der nur die ersten beiden in das von Kenia, Tansania und Uganda gemeinsam ausgerichtete Finale (19. Juni bis 17. Juli 2027) einziehen.
Für Ghana ist die Auslosung die jüngste Erinnerung an ihre jüngsten Schwierigkeiten. Die Black Stars, viermalige Afrikameister, die zuletzt 1982 den Pokal holten, verpassten den Afcon 2025 in Marokko – ein Misserfolg, der zu ihrem Ausschluss aus dem Top-Topf beitrug. Dieser Niedergang hat ein fußballverrücktes Land unter Druck gesetzt, und die Anwesenheit einer Elfenbeinküste, die mit dem Gewinn des Turniers 2022 im eigenen Land eine lange Wartezeit beendete, verstärkt die Herausforderung. Die Elefanten, angeführt von Manchester-United-Flügelspieler Amad Diallo, werden zuversichtlich sein, weiterzukommen, aber die Rivalität zwischen diesen Nachbarn garantiert hart umkämpfte Begegnungen.
Der ehemalige ivorische Nationalspieler Max-Alain Gradel, der 2022 die Trophäe holte und bei der Auslosung assistierte, verhehlte seine Besorgnis nicht. „Warum immer wir? Diese Gruppe ist eine schwierige Gruppe“, sagte er. „Aber wir werden alles tun, um uns zu qualifizieren. Ich vertraue auf die Mannschaft, also gibt es kein Problem.“ Seine Worte spiegeln den Respekt wider, den beide Nationen voreinander haben, aber auch den Druck, der mit einem so anspruchsvollen Weg einhergeht.
Das Vorprogramm in Gruppe C sollte nicht übersehen werden. Gambia verblüffte den Kontinent, indem es bei seinem Debüt 2021 das Viertelfinale erreichte, während Somalia trotz seines niedrigen Status in Heimspielen unberechenbar sein kann. Sowohl Ghana als auch die Elfenbeinküste müssen von Anfang an in Bestform sein, da Punktverluste in einem verkürzten Qualifikationsplan tödlich sein könnten.
Die Auslosung wurde durch die Co-Gastgeber-Regelung noch komplexer. Kenia, Tansania und Uganda erhalten alle einen automatischen Startplatz für das Finale, so dass nur ein weiteres Team aus ihren jeweiligen Gruppen qualifiziert wird. Diese Regel verändert die Landschaft für traditionelle Anwärter drastisch. Nigeria, in Gruppe L mit Tansania gelost, konkurriert nun effektiv mit Madagaskar und Guinea-Bissau um ein einziges Ticket. Südafrika steht in Gruppe D neben Kenia und Guinea vor einer ähnlichen Zwickmühle, während Tunesien in Gruppe H Uganda, Libyen und Botswana hinter sich lassen muss. Da kaum Spielraum für Fehler bleibt, hat jede Partie enormes Gewicht.
Im Gegensatz dazu erhielt Rekordsieger Ägypten eine einfachere Aufgabe. Die Pharaonen treffen in Gruppe B auf Angola, Malawi und den Südsudan und sind damit haushohe Favoriten auf den Gruppensieg. Algerien, Senegal und Kamerun landeten ebenfalls in Gruppen, die auf dem Papier einfachere Wege zum Turnier bieten, aber Auswärtsspiele gegen motivierte Gegner werden ihre Kaderbreite auf die Probe stellen.
Die Qualifikationskampagne wird auf drei internationale Fenster verdichtet, was die Bedeutung von Kaderrotation und Fitness erhöht. Die ersten vier Spieltage sind zwischen September und November 2026 angesetzt, die letzten beiden Runden für März 2027. Dieser rasante Kalender verlangt sofortige Spritzigkeit; ein schleppender Start könnte selbst die traditionsreichsten Mannschaften aus der Bahn werfen. Für Ghana und die Elfenbeinküste könnten die frühen direkten Duelle den Kurs der Gruppe noch vor dem letzten Fenster bestimmen.
Erhöht wird die Spannung durch die Tatsache, dass zwei der hellsten Stars des afrikanischen Fußballs auf Kollisionskurs sind. Ghanas Antoine Semenyo, eine aufstrebende Kraft in Bournemouth, und der Ivorer Amad Diallo sind beide für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 gesetzt, aber sie werden ihre Vereinszugehörigkeit ablegen, wenn ihre Nationen in dieser Qualifikationskampagne aufeinandertreffen. Ihre individuellen Duelle könnten entscheidend sein.
Abseits des Platzes bleibt das Afcon-Turnier selbst von Kontroversen umgeben. Das Finale 2025 in Marokko endete chaotisch, als Senegal nach einem umstrittenen Elfmeter vom Platz ging, woraufhin die CAF später einen 3:0-Forfait-Sieg zusprach und Marokko den Titel verlieh. Senegal legte beim Internationalen Sportgerichtshof Berufung ein, der Fall ist weiterhin ungelöst, sodass die Identität des amtierenden Meisters in der Schwebe hängt. Dieser anhaltende Rechtsstreit wirft einen Schatten auf den Wettbewerb, während sich die Aufmerksamkeit auf 2027 richtet.
Die kommenden Monate werden eine intensive Vorbereitung bringen, während die Nationen darum kämpfen, ihre stärksten Kader zusammenzustellen und die Taktik zu verfeinern. Für Ghana ist die Auslosung eine Charakterprüfung und eine Chance, vergangene Misserfolge wiedergutzumachen. Für die Elfenbeinküste ist es eine Gelegenheit, eine wachsende Dynastie zu behaupten. Da die Co-Gastgeber bereits ihre Plätze sicher haben und ein komprimierter Kalender die Dramatik erhöht, verspricht der Wettlauf um den Afcon 2027 einer der unberechenbarsten der letzten Jahre zu werden.
Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.