Manchester City Women stehen einen Sieg von einem historischen Double entfernt, einem Erfolg, der einen transformativen Monat für den Verein krönen würde. Frisch nach dem Gewinn des ersten Women's Super League-Titels seit einem Jahrzehnt gehen sie mit der Selbstsicherheit von Champions und der Entschlossenheit eines Kaders, der sich nicht zufriedengibt, in das FA-Cup-Finale am Sonntag gegen Brighton.
Der Titelgewinn war bahnbrechend, aber die Dramen abseits des Platzes erwiesen sich als ebenso entscheidend. Khadija „Bunny“ Shaw, die jamaikanische Internationale, die mit 21 Toren in 22 Ligaspielen den Goldenen Schuh gewann, hatte dem Verein privat mitgeteilt, dass sie gehen wolle. Vertragsverhandlungen waren gescheitert, und Angebote von Konkurrenten – allen voran Chelsea – lockten mit deutlich mehr Geld. City stand vor dem Unmöglichen: seine Schlüsselspielerin an einen direkten Konkurrenten zu verlieren.
Dann kam das Eingreifen. Führungspersönlichkeiten aus dem Männerbereich von Manchester City traten ein, um sicherzustellen, dass Shaws finanzielle Forderungen erfüllt wurden. Sie erkannten nicht nur ihren Wert auf dem Platz, sondern auch die verheerenden Kosten, wenn sie gegen sie auflaufen würde. Shaw, die immer bevorzugt hatte zu bleiben, vollzog eine atemberaubende Kehrtwende und unterschrieb einen neuen Vierjahresvertrag. Die Nachricht wurde nicht per Pressemitteilung verbreitet, sondern auf die theatralischste Weise – auf der Bühne während der Trophäenparade am Montag, vor tausenden jubelnden Fans. Es war ein Mikrofon-Drop-Moment, der Citys Ambition signalisierte, eine Dynastie aufzubauen, nicht nur einen einmaligen Triumph zu landen.
Shaw zu halten ist der Eckpfeiler eines Projekts, das nun auf europäischen Ruhm abzielt. Die Tore und die Präsenz der 26-Jährigen verleihen City eine furchteinflößende Schärfe, und ihr Engagement stellt sicher, dass der Schwung aus dem Titelgewinn nach vorne getragen wird. Es sendet eine Botschaft an den Rest der WSL, dass City es ernst meint mit der anhaltenden Dominanz.
Aber zunächst Wembley. Ein Sieg gegen Brighton würde ein Double aus Liga und FA Cup bescheren – eine Pokalkombination, die City zuletzt 2019 erreichte, als sie beide nationalen Pokale gewannen. Es wäre ihr erster FA-Cup-Triumph seit sechs Jahren und, entscheidend, der erste mit Fans auf den Rängen seit sieben. Das Finale 2020, ein Sieg nach Verlängerung gegen Everton, fand während der Pandemie in einem leeren Stadion statt und raubte diesem Erfolg die gemeinschaftliche Freude. Dieses Mal verspricht der Anlass eine richtige Feier zu werden.
Brighton wird jedoch nicht nur Zuschauer sein. Dario Vidošićs Mannschaft besiegte City im April in der Liga mit 2:1 und gehört seit März zu den formstärksten Teams der WSL. Ihr Glaube ist echt, und City weiß, dass sie ihr Bestes geben müssen, um eine Überraschung zu vermeiden.
Mittelfeldspielerin Laura Blindkilde Brown, eine unbesungene Heldin dieser Saison, erklärte, wie das Gewinnen von Trophäen den Hunger nur verstärkt hat. „Weil wir Trophäen gewonnen haben, ist da noch mehr Hunger, noch mehr zu gewinnen“, sagte sie. Die 22-Jährige hat sich im defensiven Mittelfeld als Offenbarung erwiesen, spielte 20 von 22 Ligaspielen und zeigte eine für ihr Alter bemerkenswerte Gelassenheit. Sie sprach über die Herausforderung, Feier und Vorbereitung zu trennen: „Wir versuchen, beides zu trennen, zuerst zu feiern und uns dann wirklich auf Wembley zu konzentrieren.“
Rechtsverteidigerin Kerstin Casparij, die die WSL-Vorlagenliste anführte und einen Platz in der Mannschaft des Jahres der Liga ergatterte, pflichtete dem bei. „Alle Puzzleteile haben in diesem Jahr zusammengepasst“, sagte sie und lobte die Arbeit von Cheftrainer Andrée Jeglertz und die kluge Verpflichtungspolitik. Sie fügte hinzu: „Ein Double zu gewinnen, nach so vielen Jahren, wäre absolut unglaublich.“ Casparij war eine von vier City-Spielerinnen – neben Shaw, Yui Hasegawa und Vivianne Miedema – die in die beste Elf der WSL gewählt wurden, was die Tiefe der Qualität unterstreicht, die Jeglertz einsetzen kann.
Die Mischung aus etablierten Stars und aufstrebenden Talenten wie Blindkilde Brown positioniert das Team für die Herausforderung auf mehreren Fronten in der nächsten Saison. Der Kern ist gesichert, die Philosophie des Trainers greift, und die Trophäenparade fühlt sich bereits eher wie eine Startrampe denn wie eine Ziellinie an. City gibt sich nicht damit zufrieden, den Berg bestiegen zu haben; sie wollen eine Festung auf seinem Gipfel errichten.
Das Finale am Sonntag bietet die Chance, den Mai 2026 zu einem der denkwürdigsten Kapitel der Vereinsgeschichte zu machen. Vom Rand des Verlusts ihrer Starstürmerin bis zur Schwelle des Doubles haben Manchester City Women eine potenzielle Krise in einen Katalysator verwandelt. Brighton steht ihnen im Weg, aber mit Shaw an der Spitze und einem durch den Erfolg gestärkten Kader wäre alles andere als ein voller Trophäenschrank nun eine Enttäuschung.
Basierend auf Berichterstattung des Guardian.