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Sheffield Wednesdays juristische Meisterklasse: Wie die

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Sheffield Wednesday entging durch einen komplexen rechtlichen Vergleich mit dem ehemaligen Besitzer Dejphon Chansiri einem 15-Punkte-Abzug für die nächste

Die Anhänger von Sheffield Wednesday kamen am Samstag nach Hillsborough, um die neue Eigentümerschaft zu feiern, aber waren auf eine düstere Ankündigung gefasst. Sie erwarteten die Bestätigung eines 15-Punkte-Abzugs für die kommende League-One-Saison, eine Strafe, die nach den finanziellen Turbulenzen des Vereins unvermeidlich schien. Stattdessen erlebten sie eine dramatische Wende, die die unmittelbare Zukunft des Vereins umgestaltete und eine Fallstudie in den komplexen Insolvenzregeln des Fußballs lieferte.

Der Abzug war eine direkte Folge der Insolvenzverwaltung des Vereins und der anschließenden Übernahme durch Arise Capital Partners. Die Insolvenzregelung der EFL schreibt vor, dass ungesicherte Gläubiger mindestens 25 Pence pro Pfund erhalten müssen. Die neuen Eigentümer, ein Konsortium unter der Leitung von David Storch, seinem Sohn Michael und Tim Costin, standen vor einem erheblichen Hindernis: Der ehemalige Besitzer Dejphon Chansiri hatte einen Anspruch auf 64 Millionen Pfund an Darlehen angemeldet. Um die 25%-Schwelle zu erreichen, hätte Arise Chansiri etwa 16 Millionen Pfund im Voraus zahlen müssen, eine Summe, die die neuen Besitzer angesichts des dringenden Investitionsbedarfs in die bröckelnde Infrastruktur des Vereins nicht bereit waren zu zahlen.

Der Durchbruch gelang durch eine kreative finanzielle Vereinbarung, die mit Hilfe des führenden Sportanwalts Nick De Marco ausgehandelt wurde. De Marco, der Wednesday bereits 2020 half, eine Punktestrafe zu reduzieren, war maßgeblich an der Ausarbeitung einer Lösung beteiligt. Die Vereinbarung mit Chansiri sah vor, dass er Zahlungen in Höhe von 25 Pence pro Pfund erhalten würde, jedoch nicht sofort. Stattdessen wurden die Zahlungen als zukünftige erfolgsabhängige Raten strukturiert, die davon abhängen, dass der Verein den Aufstieg zurück in die Championship und schließlich in die Premier League schafft.

Diese Einigung befriedigte den Vorstand der EFL, der die Interessen aller Parteien abwägen musste. Der Fußballfinanzexperte Kieran Maguire merkte an, dass die EFL Chansiris "unversöhnliches" Verhalten während des Insolvenzverwaltungsprozesses berücksichtigte, bei dem er frühere Angebote abgelehnt oder ignoriert hatte. Das Ermessen der Liga war entscheidend. Wie Maguire erklärte, kam die EFL wahrscheinlich zu dem Schluss, dass, da HMRC und Fußballgläubiger vollständig bezahlt wurden und andere ungesicherte Gläubiger ihre 25 Pence sofort erhielten, alle Beteiligten angemessen behandelt wurden, was die Aufhebung der Strafe rechtfertigte.

Das letzte Puzzlestück beinhaltete ein Drama in letzter Minute. Chansiri hatte eine Frist bis Dienstagmittag, um das Angebot anzunehmen. Berichten zufolge nahm er es an, reichte seine Antwort jedoch Minuten nach Ablauf der Frist ein. Dieser verfahrenstechnische Fehler könnte dazu führen, dass er leer ausgeht, obwohl abzuwarten bleibt, ob er dieses Ergebnis anfechten wird.

Nachdem der Punkteabzug abgewendet war, erlegte die EFL den neuen Eigentümern weitere Bedingungen auf. Alle Fußballgläubiger und Steuerverbindlichkeiten gegenüber HMRC mussten vollständig beglichen werden. Lokale Unternehmen, die als nicht gesicherte Gläubiger eingestuft wurden, sollten ihre 25 Pence pro Pfund sofort erhalten. Darüber hinaus musste Arise Capital Partners eine feste Zusage für Investitionen in das Stadion und die Trainingsanlagen ohne Verzögerung machen. Das Konsortium handelte schnell und tilgte nur wenige Tage nach Abschluss der Übernahme eine ausstehende Darlehensbelastung von 7 Millionen Pfund gegen Hillsborough.

Die Auswirkungen für Sheffield Wednesday sind tiefgreifend. Die Vermeidung eines 15-Punkte-Rückstands ermöglicht es dem Verein, in der nächsten Saison in League One auf einem ausgeglicheneren Spielfeld zu konkurrieren. Die Aufhebung einiger Ausgaben- und Gehaltsbeschränkungen im Rahmen eines zweijährigen Geschäftsplans mit der EFL gibt den neuen Eigentümern Flexibilität, um den Kader wieder aufzubauen und den desolaten Infrastrukturbedarf des Vereins zu decken. David Storch's Versprechen grundlegender Annehmlichkeiten wie fließendem Wasser in den Toiletten unterstrich das Ausmaß der erforderlichen Investitionen.

Dieser Fall verdeutlicht auch die sich entwickelnde Natur der finanziellen Governance im Fußball. Die Bereitschaft der EFL, Flexibilität zu zeigen, ähnlich wie bei Derby County im Jahr 2022, setzt einen Präzedenzfall. Die Vereine werden die Insolvenzregelung im Sommer überarbeiten, wobei die Diskussionen sich wahrscheinlich auf die Unterscheidung zwischen verschiedenen Schuldenarten konzentrieren werden, wie z.B. Darlehen von Direktoren gegenüber Geld, das lokalen Lieferanten geschuldet wird. Die Herausforderung wird darin bestehen, eine Regel zu schaffen, die den Gläubigerschutz mit dem Überleben von Vereinen in finanziellen Schwierigkeiten in Einklang bringt.

Für die Fans in Hillsborough war der Tag ein Tag der puren Erleichterung und Feier. Der Countdown auf der großen Anzeigetafel von -15 auf Null war ein symbolischer Moment, der das Ende einer Ära der Unsicherheit und den Beginn einer neuen unter neuer Führung markierte. Während erhebliche Herausforderungen bestehen bleiben, hat der Verein seine unmittelbare Zukunft gesichert und kann sich nun auf den Wiederaufbau auf und neben dem Platz konzentrieren.

Basierend auf Berichterstattung von BBC Sport.