Daniel Juncadella, der gemeinsam mit dem viermaligen Formel-1-Weltmeister Max Verstappen beim kommenden 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring antreten wird, hat die FIA öffentlich kritisiert, weil er bei deren Disziplinarmaßnahmen eine Doppelmoral wahrnimmt. Die Anschuldigung geht auf einen Vorfall während des Großen Preises von Miami zurück, bei dem Ferrari-Pilot Lewis Hamilton für eine obszöne Geste nicht bestraft wurde.
Die Kontroverse begann, als Aufnahmen der Bordkamera von Hamiltons Auto den siebenmaligen Weltmeister zeigten, wie er Alpine-Fahrer Franco Colapinto den Mittelfinger zeigte. Der Vorfall ereignete sich nach einer Kollision zwischen den beiden Fahrern in der ersten Runde des Rennens. Trotz der eindeutigen Natur der Geste entschieden die FIA-Stewards, keine Strafmaßnahmen gegen den britischen Fahrer zu ergreifen.
Juncadella zog schnell einen Vergleich zu seiner eigenen jüngsten Erfahrung. Er wies darauf hin, dass er für eine ähnliche Geste während des WEC-Saisonfinales 2025 in Bahrain mit einer Geldstrafe belegt worden war. In jenem Fall hatten die Stewards sein Verhalten als „unhöflich, respektlos und völlig unangemessen für den Motorsport“ eingestuft, was zu einer finanziellen Strafe führte.
Die Geldstrafe des spanischen Fahrers belief sich auf insgesamt 5.000 €, wovon 4.000 € zur Bewährung ausgesetzt wurden. Er hob diese Diskrepanz in einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X hervor und hinterfragte die Konsistenz der Entscheidungen des Verbands. „Also keine Strafe? Doppelmoral von der FIA... Sie enttäuschen nie“, schrieb Juncadella.
Er stellte weiter klar, dass sein Problem nicht mit Hamiltons Aktion an sich zusammenhänge, sondern mit der wahrgenommenen Ungleichbehandlung. „Ich denke nicht, dass er es hätte tun sollen. Aber geben Sie ihm eine Geldstrafe von 2.000 €, wie mir“, fügte er hinzu und deutete an, dass eine verhältnismäßige Strafe die faire Lösung gewesen wäre.
Der Vorfall hat bei Fans und Insidern erneut Diskussionen über die Konsistenz der FIA-Stewards in verschiedenen Rennserien entfacht. Während Hamilton in der Formel 1 ohne Sanktion davonkam, führte Juncadellas Fall in der Langstrecken-Weltmeisterschaft zu einer formellen Rüge und einer Geldstrafe, was Fragen aufwirft, ob dieselben Regeln für alle Fahrer einheitlich angewendet werden.
Basierend auf einem Bericht von Чемпионат.com.