Edin Terzic verschwendet keine Zeit, um seine Vision für Athletic Club zu formen. Der neu ernannte Cheftrainer, der nach Abschluss der aktuellen Saison offiziell vorgestellt wird, plant bereits intensiv eine Saisonvorbereitung, die sowohl umfangreich als auch inklusiv zu werden verspricht. Die Geschichte des deutschen Taktikers deutet darauf hin, dass er eine große Gruppe von Spielern betreuen wird, was angesichts der einzigartigen Einschränkungen und Philosophien, die den Club aus Bilbao auszeichnen, notwendig ist.
Bei Borussia Dortmund baute sich Terzic den Ruf auf, problemlos überfüllte Kader zu managen. In der Saison 2023/24 gab er 32 Spielern Einsatzzeit aus einem Kader, der auf 36 anwuchs. Im folgenden Jahr sahen 30 Personen Einsatzzeit, während sieben weitere am Rande blieben, ohne einen einzigen Auftritt. Diese Zahlen unterstreichen einen Trainer, der mit Komplexität umgehen kann und daran glaubt, ein weites Netz auszuwerfen, um versteckte Talente zu entdecken und die Intensität über alle Wettbewerbe hinweg aufrechtzuerhalten.
Jetzt bei Athletic führt Terzic detaillierte Gespräche mit der Clubführung, um einen optimalen Fahrplan für die Integration von Rückkehrern aus Leihen und die Beförderung von Talenten aus der Reserve-Mannschaft zu erstellen. Nicht jeder Spieler wird direkt ins kalte Wasser geworfen; einige sollen nur zu Bewertungszwecken mit der ersten Mannschaft trainieren, sodass der Trainer und seine Analysten ihre Bereitschaft und langfristiges Potenzial einschätzen können.
Freundschaftsspiele in der Vorbereitung werden ein Eckpfeiler dieses Bewertungsprozesses sein. Während seiner Zeit in Dortmund bevorzugte Terzic einen vollen Terminkalender: sechs Vorbereitungsspiele in seinem ersten Sommer, gefolgt von sieben während der WM-Pause in Katar und erneut sieben ein Jahr später, als der Club die USA bereiste. Seine Zeit als Assistent bei West Ham lieferte eine ähnlich kompakte Blaupause, mit vier Spielen innerhalb von zehn Tagen und sechs in fünfzehn Tagen. Athletic-Anhänger können mit einer Flut von Begegnungen rechnen, während das Team Fitness und Zusammenhalt aufbaut.
Dieser Ansatz passt nahtlos zur berühmten Cantera-Politik des Clubs. Da der Kader ausschließlich aus dem Baskenland stammt, verlässt sich Athletic auf seine Akademie, um die Mannschaft aufzufrischen und zu stärken. Terzics Bereitschaft, mit einer erweiterten Gruppe zu arbeiten, harmoniert mit dieser Philosophie und gibt Perspektivspielern eine echte Chance, sich zu beweisen. Es schafft auch gesunden Wettbewerb, der etablierte Stars dazu zwingt, sich jede Vorbereitung erneut zu beweisen.
Das Timing der Saisonvorbereitung ist besonders heikel. Mit der bevorstehenden nächsten Weltmeisterschaft werden mehrere internationale Spieler verspätet zurückkehren, was die Reihen anfangs ausdünnt. Ein größerer Startkader stellt sicher, dass das Team dennoch effektiv trainieren und Freundschaftsspiele bestreiten kann, während die Nachzügler allmählich wieder einsteigen. Es ist eine praktische Lösung für ein Terminproblem, das Terzic bereits während des Turniers in Katar erlebt hat.
Für Athletic stehen die Einsätze hoch. Der Club schlägt sich in La Liga stets überdurchschnittlich, aber die Kadertiefe war oft ein limitierender Faktor für europäische Qualifikationen und Pokalverläufe. Wenn Terzic aus einem breiten Talentpool eine zusammenhängende Einheit weben kann, könnte er eine neue Stufe der Widerstandsfähigkeit erschließen. Effektive Rotation könnte die Beine für die intensiven Wochen frisch halten, die die Kämpfe um die ersten Vier und K.-o.-Runden prägen.
Skeptiker mögen fragen, ob 40 Spieler schlicht zu viel sind, aber Terzics Bilanz zeigt, dass er aus unerwarteten Ecken Werte schöpft. In Dortmund entwickelte er junge Talente wie Jamie Bynoe-Gittens und Youssoufa Moukoko, während er gleichzeitig das Beste aus etablierten Veteranen herausholte. Eine ähnliche Alchemie in Athletic könnte weniger bekannte Namen als Schlüsselspieler hervorbringen und das Team ohne externe Verpflichtungen stärken.
Die Clubdirektoren stehen eindeutig hinter dieser Vision. Indem sie jetzt planen, noch vor Saisonende, geben sie Terzic die Zeit, die Grundlagen für einen reibungslosen Übergang zu legen. Das Vorbereitungsprogramm – reich an Spielen, tiefgehend in der Bewertung – spiegelt ein gegenseitiges Verständnis wider: Athletics Zukunft hängt davon ab, jede Ressource innerhalb seiner Grenzen zu maximieren.
Letztendlich ist Terzics „40-Mann-Gewohnheit" mehr als eine Kuriosität; sie ist ein strategischer Schachzug für einen Club, der seine Probleme nicht einfach mit Geld lösen kann. Die kommenden Monate werden seine Methoden in einer neuen Umgebung testen, aber die frühen Anzeichen deuten auf einen gründlichen, durchdachten Wiederaufbau hin. Während die baskische Mannschaft durch unzählige Freundschaftsspiele und Trainingseinheiten schwitzt, werden die Grundlagen für eine potenziell transformative Ära leise gelegt.
Basierend auf einem Bericht von Marca.