Die Schockwelle von Southamptons Ausschluss aus dem Championship-Playoff-Finale hallt weiter nach: Millwall und Wrexham prüfen nun aktiv rechtliche Schritte, um Schadenersatz zu fordern. Die Saints wurden am Samstag dramatisch aus dem Showpiece im Wembley entfernt, nachdem sie zugegeben hatten, drei Rivalen ausspioniert zu haben – ein Skandal, der die zweite Liga des englischen Fußballs ins Chaos gestürzt hat.
Ein unabhängiges Disziplinarpanel der EFL entschied, dass Southampton seinen Platz im Finale aufgeben muss, wobei Middlesbrough – der unterlegene Halbfinalist – als Ersatz eingesetzt wurde. Diese Entscheidung wurde nach einem Einspruch bestätigt, aber die Nachwirkungen sind noch lange nicht vorbei. Millwall, das sein Halbfinale gegen Hull verlor, und Wrexham, das den siebten Platz belegte und knapp die Playoffs verpasste, sehen gute Gründe, das Verfahren anzuzweifeln.
Beide Klubs sollen das EFL-Regelwerk auf mögliche Fehler durchleuchten. Ein Hauptargument ist, dass die Spionage vor Beginn der Playoffs stattfand, weshalb die gesamte K.o.-Phase ohne Southampton hätte wiederholt werden müssen. Stattdessen scheint das Panel die Playoffs als separaten Wettbewerb behandelt zu haben – ein Schritt, der in den Ligaregeln keine eindeutige Unterstützung findet.
Hulls Besitzer Acun Ilicali hat öffentlich erklärt, sein Klub habe rechtlichen Rat erhalten, dass sie automatisch in die Premier League aufsteigen sollten, anstatt ein neu angesetztes Finale zu bestreiten. Obwohl dieser Weg mit dem nahenden Samstagsspiel unwahrscheinlich erscheint, könnte Hull dennoch Schadenersatz fordern, falls sie ein Spiel verlieren, das für den Sieger mindestens 200 Millionen Pfund wert ist.
Die Leitlinien der EFL besagen, dass das Playoff-Finale zwischen zwei Halbfinalsiegern stattfinden sollte, doch am Samstag wird Middlesbrough antreten – eine Mannschaft, die von Southampton ausgeschaltet wurde. Diese Anomalie hat im Fußballumfeld für Aufsehen gesorgt und könnte rechtliche Schritte von Millwall und Wrexham befeuern, die argumentieren, durch die schnelle, aber umstrittene Lösung benachteiligt worden zu sein.
Eine mögliche einstweilige Verfügung des High Court, um das Finale zu verschieben, wurde in Betracht gezogen, aber aufgrund des engen Zeitplans schnell als nicht durchführbar verworfen. Stattdessen wird erwartet, dass jede rechtliche Forderung rückwirkend ist und sich auf finanzielle Entschädigung für verlorene Chancen konzentriert. Die Einsätze sind immens: Der Aufstieg in die Premier League bringt einen garantierten Geldregen von mindestens 200 Millionen Pfund, noch bevor ein Ball in der höchsten Spielklasse getreten wird.
Der Fußballverband FA hat eine eigene Untersuchung zu Southamptons Verhalten eingeleitet, wobei Anklagen gegen Einzelpersonen innerhalb des Klubs erwartet werden. Die Position von Trainer Tonda Eckert wird als unhaltbar beschrieben, und Spieler Leo Scienza bezeichnete den Ausschluss als „herzzerreißend“ und sagte, die Fans hätten „definitiv Besseres verdient“. Die Ergebnisse der FA könnten Southamptons Weg zur Erholung weiter erschweren.
Für die EFL setzt der Fall einen besorgniserregenden Präzedenzfall. Das Fehlen einer klaren Regel für die Ersetzung eines ausgeschlossenen Teams hat eine Governance-Lücke offenbart, die rivalisierende Klubs auszunutzen trachten. Die Veröffentlichung der schriftlichen Begründung für die Entscheidungen des Disziplinarpaneels ist nun entscheidend, da sie die Grundlage für etwaige Schadensersatzforderungen bilden und die Liga zu einem Umdenken im Umgang mit solchen außergewöhnlichen Verstößen zwingen könnte.
Millwall und Wrexham haben sich bisher nicht geäußert, aber ihr Schweigen verstärkt nur das Gefühl, dass bedeutende rechtliche Schritte vorbereitet werden. Da zig Millionen Pfund auf dem Spiel stehen, ist das Drama noch lange nicht vorbei. Die dramatischste außersportliche Kontroverse der Championship seit Jahrzehnten wird voraussichtlich noch lange nach dem Abpfiff in Wembley durch die Gerichte ziehen.
Basierend auf Berichten des Guardian.