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Warum West Hams Abstieg David Sullivan anzulasten ist

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Verschwendete 105 Millionen Pfund aus dem Verkauf von Declan Rice, schlechte Transfers und ständige Trainerunruhen besiegelten unter Besitzer David Sullivan

Der Abstieg von West Ham United in die Championship nach einer katastrophalen Saison ist die direkte Folge eines Jahrzehnts schlechter Entscheidungen des Mehrheitseigentümers David Sullivan. Der Niedergang des Vereins, der bereits 2022 an Dynamik gewann, erreichte mit einer Niederlage am letzten Spieltag seinen unvermeidlichen Höhepunkt, die den Fall besiegelte. Trotz drei Jahren europäischen Fußballs und der Euphorie des Conference-League-Sieges 2023 wurden die Warnsignale auf Vorstandsebene ignoriert, sodass das Team einem systemischen Verfall ausgesetzt war, den kein Trainer letztlich umkehren konnte.

Die Entscheidung, sich am Ende der Saison 2023/24 von David Moyes zu trennen, war angesichts der nachlassenden Ligaleistungen vielleicht verständlich, setzte den Verein jedoch Sullivans chaotischer Führung aus. Moyes hatte einen widerstandsfähigen Puffer gegen die Dysfunktion über ihm geboten, aber die Verlockung einer glamouröseren Verpflichtung war zu groß. Julen Lopeteguis kurze Amtszeit war eine unumwundene Katastrophe: Er geriet mit erfahrenen Spielern aneinander, visierte ungeeignete Neuzugänge an und wurde nach nur sechs Monaten entlassen. Das gab den Ton für eine Saison voller Turbulenzen an.

Zentral für den Zusammenbruch war das gescheiterte Experiment mit Technikdirektor Tim Steidten. Mit der Aufgabe betraut, die Spielerrekrutierung zu überwachen, nachdem der Verein 105 Millionen Pfund von Arsenal für Declan Rice kassiert hatte, verschleuderte Steidten diesen Geldsegen für eine Ansammlung fehlerhafter Verteidiger. Konstantinos Mavropanos, Jean-Clair Todibo und Maximilian Kilman kosteten zusammen 91,8 Millionen Pfund, bescherten West Ham jedoch eine der löchrigsten Innenverteidigungen der Liga. Mittelfeldspieler Edson Álvarez (35 Millionen Pfund) wurde an Fenerbahce ausgeliehen, und der verletzungsgeplagte Stürmer Niclas Füllkrug, der auf Steidten Drängen verpflichtet wurde, erzielte nur drei Ligatore, bevor er an Milan weiterverliehen wurde. Die PSR-Sorgen des Klubs vertieften sich, als Mohammed Kudus, einer der wenigen Lichtblicke, an Tottenham verkauft wurde.

Nachdem immense Summen für Spieler ohne Wiederverkaufswert verbrannt wurden, verbesserte sich West Hams Rekrutierung auch unter nachfolgender Führung nicht. Graham Potter und sein Assistent Kyle Macaulay verwendeten den Großteil des Sommerbudgets für Torhüter Mads Hermansen und den unerfahrenen Linksverteidiger El Hadji Malick Diouf, in der Annahme, dass das Sturmduo Callum Wilson und Füllkrug ausreichen würde. Das Mittelfeld wurde vernachlässigt, bis nach einem schlechten Start Panik ausbrach; späte Transfers von Soungoutou Magassa und Mateus Fernandes glichen das Ungleichgewicht nur teilweise aus. Weitere Verzweiflung zeigte sich in einem hektischen Wintertransferfenster: 7 Millionen Pfund für Adama Traoré von Fulham, 26 Millionen Pfund für Stürmer Taty Castellanos, über 18 Millionen Pfund plus Zusatzleistungen für Flügelspieler Pablo Felipe von Gil Vicente sowie eine untypische Wette auf den venezolanischen Unbekannten Keiber Lamadrid. Eine Leihe von Chelsea-Verteidiger Axel Disasi am Deadline Day brachte vorübergehende Entlastung, doch der Klub verpasste auch Rayan, der zu Bournemouth wechselte. Solch planlose Ausgaben unter Sullivans Aufsicht ließen den Kader unausgewogen und demoralisiert zurück.

Die Trainerinstabilität verstärkte das Chaos auf dem Platz. Nach Potters Abgang wurde die öffentliche Jagd nach Nuno Espírito Santo zu einer Saga, wobei Fraktionen im Vorstand Alternativen wie Slaven Bilic ablehnten. Nuno übernahm schließlich, kam aber lädiert an und konnte seinen vertrauten Trainerstab nicht mitbringen. Er stützte sich auf Jugendtrainer und fügte später Torwarttrainer Rui Barbosa und Assistent Paco Jémez hinzu. Quellen zufolge rührten etwaige offensive Verbesserungen mehr von Jémez' Einfluss her als von Nunos eigenen taktischen Änderungen. Nuno entfremdete Spieler durch distanzierte Kommunikation und verblüffende Aufstellungen, etwa den Einsatz von invertierten Außenverteidigern bei schweren Niederlagen gegen Brentford und Leeds. Die Personalfluktuation nahm zu, und die Moral sank nach einer 0:3-Niederlage gegen Wolves im Januar, als Nuno Berichten zufolge alle außer den Startspielern aus einer Teambesprechung schickte und erklärte, er vertraue keinem anderen.

Defensiv war West Ham ein Desaster. Sie hielten in der gesamten Saison nur fünf Mal die Null, Aaron Wan-Bissaka war auf der rechten Abwehrseite unkonzentriert, und die Torwartfrage blieb ungelöst. Nunos anfängliche Bedenken gegenüber Alphonse Areola führten zur Wiedereinsetzung von Hermansen, doch der junge Däne wirkte nie überzeugend. Führungen wurden regelmäßig verspielt, am schmerzhaftesten ein 1:0-Vorsprung gegen Forest, der sich in eine 1:2-Niederlage verwandelte – Teil einer zehn Spiele andauernden Sieglosserie, die den Verein sieben Punkte von der Sicherheit entfernt zurückließ. Nunos Angewohnheit, negative Auswechslungen vorzunehmen, um knappe Vorsprünge zu schützen, lud nur zu mehr Druck ein.

Einzelleistungen boten wenig Trost. Kapitän Jarrod Bowen hörte nie auf zu rennen, doch Insider fanden, dass die Kapitänsbinde schwer auf seinen Schultern lastete. Lucas Paquetá, von Wettverstößen freigesprochen, verließ den Verein schließlich in Richtung Flamengo, was dem Mittelfeld zumindest etwas Klarheit brachte. Crysencio Summerville zeigte auf links gelegentlich auf, und Mateus Fernandes wuchs, aber der allgemeine Mangel an Führung war offensichtlich. Der Verkauf von Paquetá löste kurzzeitig eine Wiederbelebung aus, Nuno stellte auf 4-4-2 um und fand etwas Balance, doch es war zu wenig, zu spät.

Die Folgen des Abstiegs werden tiefgreifend sein. West Hams Finanzmodell, bereits durch schlechte Investitionen belastet, steht nun vor der Realität der Championship-Einnahmen. Schlüsselspieler werden unweigerlich gehen, und der Weg zurück in die Premier League ist tückisch, wie es Konkurrenten wie Leicester erfahren haben. Die gesamte Struktur des Vereins, vom Vorstand bis zur Akademie, bedarf einer vollständigen Überholung.

Letztlich liegt die Schuld für diesen unaufhaltsamen Niedergang eindeutig bei David Sullivan. Seine wiederholten Fehlentscheidungen – vom Weigerung zu verkaufen, über die Unterstützung der falschen Personen, bis hin zur Genehmigung fahrlässiger Ausgaben – haben ein Team demontiert, das einst für dauerhafte Erstligastabilität bereit schien. Bis neues Eigentum kommt, wird der Kreislauf der Dysfunktion wahrscheinlich anhalten.

Basierend auf Berichterstattung des Guardian.