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Bohemians 1905 stellt Fan-C-Team auf: Nächste Saison in der

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Bohemians 1905 wird nächste Saison eine Fan-C-Mannschaft in der neunten tschechischen Liga aufstellen, die es den Anhängern ermöglicht, wettbewerbsmäßig mit

Mit einem Schritt, der die Grenze zwischen Zuschauer und Spieler verschwimmen lässt, hat der tschechische Erstligist Bohemians 1905 Pläne bekannt gegeben, eine C-Mannschaft, die ausschließlich aus Fans besteht, in das nationale Ligasystem zu bringen. Ab nächster Saison wird der Verein aus Prag eine von Fans getragene Mannschaft in der neunten Liga des tschechischen Fußballs aufstellen und gewöhnlichen Anhängern die seltene Gelegenheit bieten, für Wettkampfspiele die berühmten grün-weißen Streifen überzuziehen.

Das Känguru auf dem Wappen von Bohemka ist kein bloßes Maskottchen – es geht auf eine Australien-Tournee von 1927 zurück, als die gastierende tschechoslowakische Mannschaft zwei lebende Kängurus geschenkt bekam, die sie mit nach Hause nahm. Seitdem ist das Beuteltier ein unauslöschlicher Teil der Vereinsidentität. Nun werden Fans, die sich für die C-Mannschaft anmelden, dasselbe Abzeichen auf ihren Trikots tragen und sich von Gesängen auf der Tribüne zu Beitragenden auf dem Platz verwandeln.

Eine Vereinserklärung stellte klar, dass die Motivation des Projekts nicht Aufstieg, sondern Teilnahme sei. „Das Ziel dieses einzigartigen Projekts wird nicht sein, so hoch wie möglich aufzusteigen, sondern den Fans von Bohemians die Freude am Fußball und den Stolz zu bieten, das Känguru auf der Brust zu tragen“, hieß es darin. Diese Betonung auf Erfahrung statt Ehrgeiz macht die C-Mannschaft zu einem reinen Ausdruck der Fankultur, nicht zu einer konventionellen Entwicklungsmannschaft.

Die Initiative hat tiefe emotionale Resonanz aufgrund der Nahtoderfahrung des Vereins im Jahr 2005. Damals bankrott und vor der Auflösung stehend, wurden Bohemians 1905 durch eine außergewöhnliche Spendenaktion von Unterstützern gerettet. Diese Rettungsleine rettete nicht nur den Verein, sondern löste auch eine Wiederbelebung aus, die ihn seit 2013 ununterbrochen in der ersten tschechischen Liga hält. Die C-Mannschaft ist in vielerlei Hinsicht eine Rückzahlung dieser Schuld – sie ermöglicht es denen, die den Verein gerettet haben, ihn nun zu vertreten.

Der Ehrenpräsident des Vereins ist Antonín Panenka, der ehemalige tschechoslowakische Mittelfeldspieler, dessen Name mit dem Chip-Elfmeter verbunden ist. Seine Assoziation unterstreicht Bohemkas Statur als Verein mit einem unverwechselbaren fußballerischen Erbe. Das C-Mannschaft-Projekt, das weit unten in der Pyramide operiert, passt zu diesem Erbe der Originalität und des Bruchs mit Konventionen.

Das tschechische Fußballligasystem erstreckt sich tief in die Amateurebenen, wobei die neunte Liga die Domäne lokaler Dorf- und Vorortvereine ist, wo Spieler Tagesjobs mit Wochenendspielen kombinieren. Der Abstand zur professionellen Fortuna Liga ist riesig. Tatsächlich sind nur Mannschaften aus den oberen vier Ligen für den tschechischen Pokal teilnahmeberechtigt, was bedeutet, dass die von Fans betriebene C-Mannschaft fast sicher niemals offiziell auf die erste Mannschaft von Bohemians 1905 treffen wird. Diese strukturelle Trennung stellt sicher, dass das Projekt eine eigenständige Wohlfühlgeschichte bleibt, ohne wettbewerbliche Komplikationen.

Gleichzeitig befindet sich der Verein mitten in einer großen Crowdfunding-Kampagne zum Wiederaufbau seines Ďolíček-Stadions. Das Projekt ist mit 350 Millionen Tschechischen Kronen – etwa 12,4 Millionen Pfund – veranschlagt und setzt erneut auf die Großzügigkeit der Anhänger. Das Nebeneinander von Fans, die ein neues Stadion finanzieren, während sie gleichzeitig eingeladen werden, für eine symbolische Mannschaft zu spielen, unterstreicht eine kraftvolle Erzählung gegenseitiger Loyalität, die im modernen Spiel selten ist.

Indem Bohemka Fans offiziellen Spielerstatus gewährt, definiert sie neu, was Fan-Engagement bedeuten kann. In einer Branche, die oft dafür kritisiert wird, Fans als Kunden zu behandeln, bietet die C-Mannschaft einen greifbaren Einsatz: die Chance, innerhalb der weißen Linien zu stehen und ein Spielergebnis zu beeinflussen, wenn auch nur auf Basisebene. Dies könnte einen Präzedenzfall für andere Vereine schaffen, die kreative Wege suchen, ihre Gemeinschaften zu ehren.

Die praktischen Details sind vorerst noch vage – interessierte Fans werden gebeten, eine E-Mail an den Verein zu senden, und Auswahlen werden wahrscheinlich folgen. Fitnessstandards, logistische Verpflichtungen und Wettbewerbserwartungen werden zurückhaltend sein, da der Verein den Druck der Aufstiegsjagd explizit entfernt hat. Stattdessen liegt der Fokus ganz auf der gemeinsamen Erfahrung, Bohemka auf einem echten Platz zu vertreten.

Diese C-Mannschaft mag nie eine Fernsehbühne betreten oder auf die Stars ihres Muttervereins treffen, aber ihre Symbolik ist tiefgründig. Sie verkörpert eine oft vergessene Wahrheit: Fußballvereine sind im Kern Gemeinschaftsvereinigungen, und die Menschen auf den Rängen sind genauso Teil der Geschichte wie die Spieler auf dem Platz. Wie der Verein treffend formulierte: „Dank der Fans spielt Bohemka weiterhin Fußball. Jetzt ist es Zeit für Bohemka, dasselbe für seine Fans zu ermöglichen.“

Basierend auf einem Bericht von BBC Sport.